Candidate Experience: So schätzen sich Österreichs Arbeitgeber ein

von in HR am Mittwoch, 25. Februar 2015 um 11:42

Wie schätzen österreichische Arbeitgeber ihre Candidate Experience ein? Darüber gibt eine aktuelle Befragung durch Textkernel Aufschluss. Sie zeigt, dass das Thema  aus HR-Sicht zwar als wichtig eingeschätzt wird – aber nicht alle Arbeitgeber werden in dem Bereich dann auch tätig.

Arbeitgeber sehen Verbesserungspotenzial

Das Betrachten einer Karrierewebsite, die Antwort (oder Nicht-Antwort) auf die Bewerbung, das Jobinterview, der erste Tag im neuen Job – das alles sind Touchpoints, an denen sich Arbeitgeber und potenzielle Kandidaten begegnen können. Eine positive Candidate Experience liegt dann vor, wenn sich der Bewerber bei jedem Kontakt gut aufgehoben und willkommen fühlt.

Candidate Experience ist durchaus ein Thema

Wie es um die Candidate Experience in Österreich steht, hat Textkernel in einer Stichprobe unter 36 Unternehmen erfragt. Das Ergebnis der Momentaufnahme: Die Arbeitgeber sehen durchaus Verbesserungspotenzial. 83 Prozent der Befragten denken, dass das Thema Candidate Experience wichtig ist. Zum Vergleich: Die Befragung unter deutschen Unternehmen hat ergeben, dass 77 Prozent so denken. In diesen Bereich Zeit und Geld investieren? Das möchten dann aber nur 58 Prozent.

Dass es sich langfristig positiv auf den Rekrutierungserfolg eines Unternehmens auswirkt, wenn die Touchpoints zwischen Arbeitgeber und Kandidaten auch positiv besetzt sind, davon ist der Großteil der befragten Unternehmen überzeugt.

kandidatenerfahrung

Welche Wege nimmt die Bewerbung?

Am häufigsten werden zwei Formen der Bewerbungsabgabe von österreichischen Unternehmen angeboten: Ein Online-Bewerbungsformular bieten 28 Arbeitgeber an, bei 27 kann man sich auch per E-Mail bewerben. Wie lange dauert es, ein Bewerbungsformular auszufüllen? Durchschnittlich 6 bis 15 Minuten, schenkt man den Befragten Glauben. Wieviele Bewerber das Verfahren abbrechen, das steht in den Sternen. 42 Prozent der Arbeitgeber wissen es nicht, 44 Prozent denken, dass die Abbrecherquote unter 20 Prozent liegt. Der Trend zur mobilen Bewerbung wurde grundsätzlich erkannt: 58 Prozent bieten Bewerbern die Möglichkeit, Stellen komplett über mobile Endgeräte zu suchen und zu betrachten. Bewerben am Smartphone? Das steckt noch in den Kinderschuhen – und ist nur bei 31 Prozent der Arbeitgebern möglich.

Bewerbung Möglichkeiten

Leider nein!

Abgefragt wurde auch das Verhalten bei Absagen. Der Großteil erledigt das per E-Mail mit persönlichem Absender (32 Prozent). Vorbildlich: Die Absage-Rate per Telefon liegt mit 10 Prozent in Österreich eher hoch.

Feedback? Lieber nicht.

Werden Bewerber nach ihrem Feedback gefragt? 81 Prozent der befragten Unternehmen wollen es lieber nicht wissen und fragen auch nicht nach. Der Rest erkundigt sich persönlich, per E-Mail oder bietet für Feedback ein Formular.

Bildnachweis: LoloStock / Shutterstock, Grafik: karriere.at (2)

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.