Burn-Out: Vorbeugung in Unternehmen ist Ladenhüter

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Mittwoch, 15. Mai 2013 um 10:43

Spannende Ergebnisse liefert die aktuelle Studie „Weiterbildung 2013“, von MAKAM Research. So zeigt sich, dass jede sechste österreichische Firma heuer mehr Geld für Weiterbildung ausgeben möchte. Fast überall präsent ist hierbei das Thema Work-Life-Balance. Nicht alle angeboteten Kurse stoßen jedoch auf Resonanz, ausgerechnet die Burn-Out-Vorbeugung erweist sich als Ladenhüter.

Weiterbildungs-Boom: Technik und Produktion

Im Auftrag der „Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung“ (PbEB), die am 12. Juni den 5. „Tag der Weiterbildung“ veranstaltet, wurden 500 heimische Unternehmen zum Thema Weiterbildung  und Work-Life-Balance befragt. 64 Prozent der Unternehmen haben vor, heuer gleich viel Geld für Weiterbildung auszugeben wie im Vorjahr. 17 Prozent der Unternehmen wollen das Budget aufstocken, nur sieben Prozent der Firmen wollen ihre Ausgaben für die Weiterbildung reduzieren. Inhaltlich erwarten sich die Unternehmen den größten Konkurrenzvorsprung durch Schulungen im Bereich Technik und Produktion (32 Prozent) gefolgt von Verkaufstraining und Marketing (19 Prozent) sowie Persönlichkeitsentwicklung (18 Prozent).

97 Prozent denken an die Work-Life-Balance

Work-Life-BalanceIn Zeiten, in denen Unternehmen in allen Bereichen sparen, wird in Kurse investiert, die  unbedingt nötig sind, um die Beschäftigten für ihre konkrete Berufsausübung zu qualifizieren. Dadurch steigt die Bedeutung von Weiterbildung in den Bereichen Technik und Produktion“, erklärt PbEB-Sprecher Hannes Knett. Erfreulich ist, dass fast alle Unternehmen (97 Prozent) angaben, sich Gedanken zur Work-Life-Balance zu machen und auch spezifische Maßnahmen anzubieten. Die Annahme der Angebote durch die Mitarbeiter ist jedoch durchwachsen. So zeigen sich etwa Angebote zur Vorbeugung von Burn-Out als Ladenhüter. In 42 Prozent der betroffenen Unternehmen werden diesbezügliche Angebote von „wenigen“ oder „keinen“ Mitarbeitern in Anspruch genommen.

„Manche scheinen Skrupel zu haben“

Hannes_Knett

Hannes Knett

Klassische Maßnahmen finden hingegen großen Andrang. „Wer etwa einen Kurs zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz besucht, muss sich dafür nicht schämen. Im Gegensatz dazu scheinen manche Beschäftigte Skrupel zu haben, eine Maßnahme zu besuchen, die deutlich in Richtung Förderung der Work-Life-Balance geht“, interpretiert Knett die Ergebnisse. „Es ist natürlich auch Aufgabe der Betriebe, die Maßnahmen intern so zu kommunizieren, dass es keien Vorbehalte gibt, etwa seitens der Kollegen oder Führungskräfte.“

Freude auf beiden Seiten

Zufriedenheit_JobDas Bewusstsein, welch großen Einfluss Weiterbildung haben kann, ist groß. Neun von zehn Unternehmen sind laut der Studie überzeugt, dass Weiterbildung die Work-Life-Balance positiv beeinflusst – besonders Führungskräftetrainings, Gesundheitsschulungen sowie Zeit- und Selbstmanagementtrainings werden positiv hervorgehoben. Die wichtigsten Effekte der Weiterbildungs-Spirale sind schnell genannt: Höhere Arbeitszufriedenheit und besseres Betriebsklima. Maßnahmen im Sektor Work-Life-Balance führen zudem, davon sind drei Viertel der Unternehmen überzeugt, zu höherer Produktivität, 62 Prozent registrieren dadurch geringere Fluktuation.

Bildnachweis: Brian A Jackson / Quelle Shutterstock, Promesa Art Studie, Quelle / Shutterstock, nmphoto / Quelle Shutterstock, PbEB

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren