Wer Beziehungen hat, bekommt den Job. Oder?

von in Bewerbung, Jobsuche, Social am Freitag, 3. Juni 2011 um 12:23

Vitamin B – wie wichtig ist es wirklich, wenn man sich um einen Job bewirbt? Sind es ausschließlich einflussreiche Kontakte, die einen in gute Positonen hieven? Oder kommt man auch ohne ein gut ausgebautes Netzwerk zu einem Top-Job? Den Ergebnissen der jüngsten karriere.at-Umfrage zufolge, lässt sich sagen: Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind sich in dieser Frage nicht einig.

„Wer Beziehungen hat, der sollte sie nutzen“ – der einzige Punkt, in denen sich eine relative Mehrheit der Arbeitnehmer (41 Prozent) wie auch der Arbeitgeber (48 Prozent) einig sind. Ansonsten gehen die Meinungen der befragten Unternehmen (181 Teilnehmer) und der Arbeitnehmer (563) gehörig auseinander.

Ganze 39 Prozent der Arbeitnehmer glauben beispielsweise, dass sie bei der Jobsuche nur eine Chance haben, wenn sie über entsprechende Kontakte verfügen. Nur 18 Prozent hingegen glauben, dass man – sofern man qualifiziert ist – auch so einen guten Job bekommt. Und eine verschwindend kleine Gruppe von zwei Prozent der Befragten, gibt an, dass nur objektive Kriterien zählen.

Anders jedoch die Situation bei den Arbeitgebern und Personalisten: Wer gut ist, findet auch ohne „Vitamin B“ einen guten Job – davon sind mit 43 Prozent  ein großer Teil der Befragten überzeugt. Allerdings sagen auch nur fünf Prozent, dass Bewerbungen ausschließlich auf objektiven Kriterien beruhen.

Abgelehnte Bewerber als Unternehmensbotschafter sehen

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich auf, dass beim Thema Bewerbung ein sehr starker Wahrnehmungsunterschied zwischen Arbeitgebern und Jobsuchenden herrscht. Misstrauen auf Seiten der Bewerber wird oftmals durch intransparente, automatisierte Online-Bewerbungsprozesse hervorgerufen, da Unternehmen vielfach wochen- oder gar monatelang auf Rückmeldung warten lassen“, analysiert Jürgen Smid, Geschäftsführer von karriere.at.

Sein Tipp an Unternehmen: Das Bewerbungsmanagement professionalisieren, weil gerade auch abgelehnte Bewerber einen großen Einfluss auf den Ruf eines Unternehmens ausüben: „Erhalte ich auf eine Stellenausschreibung zehn Bewerbungen, muss ich als Unternehmer neun Interessenten eine Absage erteilen. Dies sollte allein schon im Hinblick auf die eigene Arbeitgebermarke in einem guten, persönlichen Stil geschenen. Darüber hinaus sollte der kompetente, zuvorkommende Umgang mit Personen, die einer Firma gern ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen würden, ohnehin ein Gebot der Höflichkeit sein“, betont Smid.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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