Es ist amtlich: Beim Bewerbungsfoto kommt es auf die Farbe an

von in Bewerbung am Mittwoch, 2. Juli 2014 um 10:31

Der erste Eindruck zählt – auch dann, wenn es jener auf einem Foto ist. Gerade beim Bewerbungsfoto sollte daher alles richtig gemacht werden. Dies ist meist der erste Blick, den der künftige Arbeitgeber auf einen wirft. Und damit dieser nicht der einzige Blick ist, sollten Männer hierbei auf rote Kleidung verzichten. Den Beweis dafür hat nun ein Forschungsteam geliefert.

Förderlich beim Date, hinderlich im Job

Das Tragen einer roten Krawatte am Bewerbungsfoto reicht aus, um die Chancen auf einen neuen Job zu mindern. Denn wie die Plattform Forschung erleben berichtet, signalisiert die Farbe rot im Job-Kontext geringe Kompetenz. Und dies ist freilich ganz schlecht, wenn man als bester Bewerber hervorstechen möchte. Aber der Reihe nach: Dass Farben die Wahrnehmung von Dingen und auch Menschen beeinflussen, ist bekannt. In früheren Studien etwa wurde gezeigt, dass ein rotes Kleid bei einer Verabredung Wunder bewirken kann. Andere Studien hingegen zeigen jedoch, dass die Farbe Rot oft auch mit Misserfolg assoziiert wird. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Rot in unserer Gesellschaft häufig auch mit „Halt!“, „Fehler!“ oder „Gefahr!“ in Verbindung gebracht wird. Ein Effekt, den ein Forschungsteam um Markus Meier nun hinsichtlich des Bewerbungsprozesses untersucht hat.

Das Grün steht ihm gut

Bewerbungsfoto FarbeDie Forscher nahmen also an, dass ein rotes Kleidungsstück im Rahmen einer Bewerbung eher mit Misserfolg bzw. geringerer Komptenz in Verbindung gebracht wird und deshalb geringere Einstellungschancen mit sich bringt. Um dies zu prüfen, zeigte das Team den teilnehmenden Probanden das Bewerbungsfoto eines Mannes und bat sie, sich in die Rolle eines Personalverantwortlichen hineinzuversetzen und den Mann zu beurteilen. Alle Studenten sahen denselben Mann auf dem Foto, eine Hälfte jedoch mit roter, die andere mit grüner Krawatte. Die Ergebnisse lassen alle Rot-Fans aufhorchen: Trug der Mann rot, wurden ihm geringere Fähigkeiten sowie Führungsqualitäten zugeschrieben als seinem „grünen“ Pendant. Er wäre, so das Fazit der Studienautoren, demnach weniger wahrscheinlich eingestellt worden. Spannend ist, dass die Farbe der Krawatte auf eine Sache keinen Einfluss hatte: die Sympathie für den vermeintlichen Bewerber.

Welche Farbe wirkt wie?

Das Fazit: Männer sollten zum Bewerbungsfoto-Shooting kein Rot tragen – muss ja nicht unbedingt sein. Und sollten die Bewerbungsunterlagen zur Einladung zum Vorstellungsgespräch führen, kann „Mann“ ja auf Nummer sicher gehen und ebenfalls eine andere Farbe für das Vorstell-Outfit wählen. Ob die Farbe der Liebe auch für Frauen im Job nachteilig ist, wurde nicht erhoben – generell werden bestimmten Farben jedoch bestimmte Wirkungen zugeschrieben. So vermitteln grau und schwarz meist Eleganz, während etwa gelb eher freundlich wirkt. Egal, wofür man sich entscheidet, wichtig ist am Ende immer, dass man sich wohlfühlt und authentisch wirkt. Im Zweifelsfall können Freunde oder unbeteiligte Dritte helfen, die Wirkung eines Fotos oder Outfits zu testen.

Bildnachweis: Rawpixel /Quelle Shutterstock, Ollyy /Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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