Bewerber vertrauen in Österreich auf Berufserfahrung und Soft Skills

von in Bewerbung, Jobsuche am Mittwoch, 25. September 2013 um 10:50

Bewirbt man sich bei einem Unternehmen, braucht man vor allem eines: Selbstvertrauen. Schon beim Gestalten von Lebenslauf und Bewerbungsunterlagen geht es darum, die eigenen Stärken (Hard Skills und Soft Skills) ideal hervorzuheben. Es gilt, sich bestmöglich zu verkaufen und persönliche Schwerpunkte auf die Erwartungen des Wunschunternehmens anzupassen. Doch wie? Eine GfK-Studie von stellenangebote.at gibt Auskunft.

Eine Bewerbung bei seinem Wunscharbeitgeber ist immer auch eine Sache des Selbstvertrauens. Klar – wer seine Stärken bestmöglich verkauft, ist dem Job in der Regel näher als jemand, der sein Licht unter den Scheffel stellt. Worauf bauen aber Österreichs Arbeitnehmer in Bewerbungsprozessen? Die GfK Austria erhob dies im Auftrag von stellenangebote.at mittels einer repräsentativen Studie. Ergebnis: Die 750 Befragten vertrauen bei einer allfälligen Jobsuche neben Berufserfahrung und Ausbildungsnieau vor allem auf ihre Soft Skills. Aber gleichzeitig sind sie davon überzeugt, dass genau diese „weichen Faktoren“ wie Sozialkompetenz oder Teamfähigkeit weniger geschätzt werden.

Die Erfahrung macht’s!

Zwei Drittel (65 Prozent) der Studienteilnehmer sagen laut Studie, dass es die Berufserfahrung ausmacht, fast genauso viele (63 Prozent) sagen, dass Soft Skills zu ihren Bewerbungs-USPs gehören. 57 Prozent meinen, dass sie durch ihre Ausbildung punkten.

Soft Skills Jobsuche

Alter sehen viele als Schwachpunkt

Vergleicht man die Ergebnisse mit den vermuteten Erwartungen von Bewerbern, so zeigt sich, dass bei den Punkten Alter (22 Prozent Differenz), Gehaltswünsche (21 Prozent Differenz), Empfehlungen (19 Prozent) auch bei den Soft Skills (19 Prozent) ein großes Delta liegt. „Vor allem ältere Menschen, Arbeiter und Personen, die ihre Arbeitsmarktchancen insgesamt als schlechter einstufen, sehen ihr Lebensalter in Bewerbungsprozessen am häufigsten als Problem“, kommentiert stellenangebote.at-Geschäftsführer Jürgen Smid das Studienergebnis.

Soft Skills entscheiden über funktionierende Teams

Gerade in Zeiten, in denen vermehrt Projektgruppen und losere Formen der Zusammenarbeit das klassische Abteilungs-Silodenken ablösen, kann das Unterschätzen von Soft Skills ein großer Fehler sein, ist Smid überzeugt: „Werte wie Teamfähigkeit, Stressresistenz und Sozialkompetenz werden allein durch den demografischen Wandel stark an Bedeutung gewinnen. Durch diesen, aber auch durch den sich vollziehenden Wertewandel, wird das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter in Zukunft ein völlig anderes sein als noch vor einigen Jahren. Ob und wie Teams künftig erfolgreich funktionieren, hängt stark von so genannten Soft Skills der Mitarbeiter ab.

„Weiche Werte“ rücken in erste Reihe

Angelika Kofler, GfK Austria

Angelika Kofler, GfK Austria

Angelika Kofler, Leiterin der GfK Austria Sozial- und Organisationsforschung ergänzt: „Gleichzeitig ist es aber natürlich auch Realität, dass so etwas wie ein Wertewandel – und nichts anderes ist diese zunehmende Bedeutung von Soft Skills, auch wenn sie von praktischen Notwendigkeiten getrieben ist – Zeit braucht. In einer Generation wird man sich wahrscheinlich wundern, dass Soft Skills als eine Art zweitrangige Kompetenz gesehen wurden.“

Bildnachweis: joharhu / Quelle Shutterstock, karriere.at/Frenner, Grafik: karriere.at

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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