Ich twittere für Essen! Kreativ-Bewerbung als Social Media Manager

von in Social am Freitag, 29. April 2011 um 11:59

Eine Firma sucht einen Social Media Manager – und was bekommt sie? Vorerst einmal jede Menge Bewerbungen. Neun von zehn: Anschreiben, Lebenslauf mit Foto rechts oben. Logisch, weiß der gelernte Österreicher doch, dass der Durchschnitts-Personalverantwortliche nicht zwingend auf Guerilla-Bewerbungen steht. Möglich. Wer aber einer Firma gleich mit der Bewerbung zeigen möchte, was er Social Media mäßig drauf hat, darf sich ruhig etwas trauen. So wie der Amerikaner Hagan Blount – dessen Bewerbung ruhig als Best-Practice-Beispiel für einen Job als Social-Media-Manager gesehen werden kann.

„I tweet for food“

„I tweet for food“. Betritt man Hagan Blounts Website (der Hinweis darauf kam vom Schweizer Prospective-Blog – danke dafür) weiß man gleich einmal, worum es ihm geht: Er sucht einen Job als Social Media Stategist. Und fährt gleich auf der Startseite mit seiner Kernkompetenz auf: 9000 Pageviews binnen einer Woche. Was seinem künftigen Chef vermitteln soll: Er versteht sein Handwerk. Nämlich aus dem Stand Leute zu mobilisieren.

Und der eigentliche Kracher kommt dann erst: Sein Lebenslauf – aufgebaut wie eine Top-Infografik. Schnell. Spannend. Infos zum Abwinken. Jeder Zentimeter Platz wird genutzt, um alles mitreinzupacken: Beruflicher Werdegang, Referenzen, sinnvolle und sinnlose Infos. Mit dem Effekt, dass man sich die Sache ansieht – nicht nur, um alles über diesen Wunderknaben zu erfahren. Sondern auch, weil man regelrecht durchgezogen wird – und das ganz ohne Animationen, Filmchen und so weiter. Respekt.

Besonders beeindruckend ist, wie dieser Hagan Blount mit Fakten umgeht, die der gemeine Bewerber in der Regel vor Personalern zu kaschieren versucht, um nur ja ein gutes Bild abzugeben. Zum Beispiel, dass er 2006 mit einigen Freunden einen Vulkan auf den Aleuten gekauft hat. Dass er darauf wegen eines Mädchens nach Boston gezogen ist, die Sache aber in die Brüche ging. Oder, dass ihm nach einem Filmprojekt das Geld ausging…

„Ist das ernst gemeint???“

Sicherlich wird es überall Unternehmen geben, wo eine Bewerbung wie diese nicht ankommt, weil ihr der „notwendige Ernst“ möglicherweise abgesprochen wird. Zu Unrecht übrigens: Denn allein die Aufbereitung der Grafik und der Website zeugen davon, dass der Knabe all das auf dem Kasten hat, was ein Social Media Manager braucht.

Und Mut kann sich auch hierzulande durchaus lohnen. Denn man kann auch definitiv davon ausgehen, dass in Unternehmen, die eigene Social-Media-Worker anstellen wollen, auch ein gewisses Grundverständnis für den Kommunikationsstil in Social Networks vorhanden ist.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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