Studie: Mobil Jobsuchende von Unternehmen enttäuscht

von in HR, Jobsuche, Social am Mittwoch, 25. Juni 2014 um 10:19

Schnell und einfach. Die gültige Devise für die Online-Nutzung muss auch für das Bewerben gelten: Findet man ein interessantes Stelleninserat, sollte eine Bewerbung rasch und einfach möglich sein. Genau hier befinden sich viele Unternehmen jedoch noch im Dornröschenschlaf, wie die WollmilchsauMobile-Recruiting-Studie 2014 zeigt. Immer mehr mobile Jobsuchende werden nach wie vor von vielen Unternehmen enttäuscht.

Mobile Stellensuche ist Gegenwart

Die mobile Internetnutzung ist nicht mehr aufzuhalten und immer mehr Branchen und Bereiche reagieren auch darauf. Die Frage etwa: „Sie befinden sich auf der Desktop-Version, wollen Sie zur mobilen Seite wechseln?“, ist nur ein Zeugnis dieses Trends. Alle, wirklich alle Bereiche des Online-Lebens sind davon betroffen. Wie die von Wollmilchsau zitierte Google-Studie „Our mobile Planet: Germany 2013“ zeigt, nutzen bereits 23 Prozent der Google-Nutzer ihr Smartphone oder Tablet, um sich über Stellenangebote zu informieren. Tendenz steigend.

Die Nachfrage ist messbar vorhanden

Mobile BewerbungWie aber reagieren die Arbeitgeber auf diesen Trend? Noch viel zu zurückhaltend, so das Fazit der Studie. Nur rund 22 Prozent der untersuchten Unternehmen haben aktuell eine mobiloptimierte Karriereseite, eine solche Jobbörse gibt es bei immerhin 18 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies zwar eine leichte Verbesserung, mit der Entwicklungsgeschwindigkeit der mobilen Internetnutzung kann diese jedoch eindeutig nicht mithalten. Dies macht auch das Ergebnis einer ebenfalls zitierten Indeed-Studie deutlich: Demnach bewerben sich aktuell 21 Prozent der mobil Stellensuchenden auch mobil. Jedoch: Würden Arbeitgeber diesen Bewerbungsweg besser akzeptieren bzw. zugänglich machen, würde sich dieser Wert auf 76 Prozent fast vervierfachen.

Zeiten des Wartens sind vorbei

Mobile Bewerbung UngeduldIm War for Talents ist es für Arbeitgeber unverzichtbar, präsent zu sein und die eigene Arbeitgebermarke zu präsentieren – auch und gerade online. Wer weiß, wie ungeduldig gerade junge Internetnutzer sind, der weiß auch, wie wichtig optimal funktionierende Systeme sind. Denn die Zeiten, in denen man mehrere Sekunden oder gar eine Minute und mehr auf das Laden einer Seite gewartet hat, sind vorbei. Je mehr Aufwand eine Bewerbung bedeutet und vor allem je mehr Zeit sie den Bewerber kostet, umso unwahrscheinlicher wird auch die Bewerbung. Deshalb ist beim Stelleninserat auch noch nicht Schluss: Der Bewerber muss sich schließlich auch bewerben können. Mobil optimierte Bewerbungsformulare sind laut der Studie jedoch Mangelware – in nur 9 von 157 Fällen gab es diese überhaupt. Und ein Anzeigentext ohne weiterführende Hinweise oder Links ist wie ein Artikel, der mitten …

im Satz aufhört. Unbefriedigend und auch ärgerlich.

Mini-Checkliste für Arbeitgeber

Wie aber kann man als Arbeitgeber feststellen bzw. argumentieren, dass es Investitionen in das Mobile-Recruiting braucht?  Hier ein paar Tipps:

  1. Den Traffic prüfen: Die Website-Statistik verrät, wie sich der eigene Traffic zusammensetzt. Schön lässt sich anhand dieser auch ablesen, wie sich die Zahl der Zugriffe per Smartphone oder Tablet verändert. Ein kluger Weg, um mit Zahlen eine Notwendigkeit zu belegen.
  2. Die eigene Seite prüfen – und zwar auf Herz und Nieren: Mit dem eigenen mobilen Endgerät die eigene Karriereseite zu durchforsten, kann oft Augen öffnen. Man sollte sich hier vorstellen, als „Fremder“ Informationen über einen Arbeitgeber zu suchen oder sich auf eine offene Stelle bewerben zu wollen. Ehrliche Tester sind hier auch Freunde, die Familie bzw. schon etwas ältere Kinder.
  3. Stellenwert klären: Vor allem dann, wenn die Unzufriedenheit mit der Unternehmens- bzw. Karriereseite groß ist, sollte man sich die Frage stellen, welchen Stellenwert diese haben und haben sollten. Schnellschüsse im Verbessern sind zwar abzuraten, manchmal sind jedoch auch kurzfristige Lösungen sinnvoll.

Zur Studie: Mobile-Recruiting 2014

Von Februar bis März 2014 wurden von Wollmilchsau insgesamt 160 börsennotierte Unternehmen aus Deutschland hinsichtlich der Existenz bzw. Ausstattung ihrer Karrieeseiten analysiert.

Bildnachweis: kimberrywood /Quelle Shutterstock, Ditty_about_summer /Quelle Shutterstock, Glayan /Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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