„Beruflicher Erfolg ist keine Frage des Alters“

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Donnerstag, 12. September 2013 um 10:26

Verliert ein älterer Arbeitnehmer seinen Job, ist die Sorge, dass er oder sie eine neue Anstellung findet, meist größer als bei einem jungen Kollegen. Dies ist nicht immer berechtigt, meint das Netzwerk Karriereexperten.com Den Netzwerk-Mitgliedern wurde kürzlich die Frage gestellt: „Ist es für Bewerber über 45 Jahren schwerer einen Job zu bekommen?“ Entgegen der verbreiteten Meinung beantworteten 80 Prozent der Netzwerk-Mitglieder dies jedoch mit einem klaren „nein“.

Jung vs. alt: Was wann mehr zählt

Karriereexpertin Svenja Hofert

Karriereexpertin Svenja Hofert

Nicht das Alter zählt sondern das, was ein Bewerber drauf hat. Diese Meinung vertritt die Mehrheit der 55 befragten Karriereexperten. Sie widerlegen mit dieser Aussage die Annahme, dass es mit jedem weiteren Lebensjahr schwieriger werde, einen neuen Job zu finden. Entscheidend sei vielmehr, wer sich für welchen Job bewirbt. „Wenn eine Bürokraft nur Präsentationen und einfache Excel-Tabellen erstellen soll, kann die 50-jährige erfahrene Sekretärin nicht nur mit der frisch ausgebildeten Bürokraft konkurrieren, vor allem wenn sie schlechtere Computerkenntnisse hat“, erklärt Netzwerk-Betreiberin Svenja Hofert. „Geht es dagegen darum, den Kunden auf Augenhöhe zu begegnen, Konflikte zu deeskalieren oder Abläufe professionell zu steuern, spielt Erfahrungswissen viel stärker mit herein.“

45-Jährige sind Menschen in den besten Berufsjahren

bezahlungÄltere Mitarbeiter haben demnach ein Potenzial, welches in Zukunft immer wichtiger wird. 45-Jährige sind Menschen in den besten Berufsjahren, so der Karriereberater Günter Flott. Die einfache Regel, die sich aus dieser Annahme ergibt, lautet wie folgt: Ist nur eine geringe Qualifikation erforderlich und sind persönliche Fähigkeiten weniger wichtig, punkten Jüngere. Nicht zuletzt auch weil sie niedrigere Gehaltserwartungen haben oder – anders formuliert – billiger sind. Geht es hingegen um Branchenwissen oder auch persönliche Stärke, haben ältere Generationen meist die Nase vorn.

„Frage des Zutrauens zu sich selbst“

schreibmaschineWie aber kommt es, dass Ältere sich bei der Jobsuche oft benachteiligt fühlen? Liegt es nur am (höheren) Gehalt? Aus Sicht der befragten Job-Coachs nicht. Viel eher liege es daran, dass Ältere nicht jene Computer- oder Sprachkenntnisse haben, die heute als Standard vorausgesetzt werden. Weiterbildung, gerade in diesen Bereichen, sollte gerade für ältere Arbeitnehmer am Programm stehen. „Da lebenslanges Lernen und damit eine kontinuierliche Weiterentwicklung ohnehin zum Maßstab in vielen Berufen geworden ist, werden alle, die so arbeiten, mit den Jahren auch immer wertvoller auf dem Markt. Beruflicher Erfolg ist keine Frage des Alters, sondern des eigenen Zutrauens zu sich selbst“, so Karriereberaterin Martina Bandoly.

Bildnachweis: ollyy / Quelle Shutterstock, Juan Nel / Quelle Shutterstock, Everett Collection / Quelle Shutterstock

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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