Babypause: Nicht der Wiedereinstieg in den Job ist das Problem

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt, HR am Mittwoch, 13. März 2013 um 11:16

Den einen richtigen Zeitpunkt für ein Kind gibt es wohl selten. Gemeint ist der Zeitpunkt, an dem einfach alles passt: sowohl die Beziehung als auch die Wohn- und Berufssituation. Nicht von irgendwo kommen demnach Aussagen wie jene, dass wir die Generation der aufgeschobenen Kinderwünsche sind. Zudem: Mit der Zufriedenheit im Job wächst nicht selten auch die Angst davor, was nach einer Babypause passieren würde. Wie eine aktuelle market-Studie zeigt, bereitet nicht die Rückkehr ins Berufsleben an sich die meisten Probleme. Frauen klagen demnach am meisten über Probleme mit der Kinderbetreuung bzw. der Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben.

Überstunden bedeuten Stress pur

Knapp 30 Prozent aller berufstätigen Mütter haben, so das Ergebnis der aktuellen market-Studie, Probeme bei der Kinderbetreuung. Bei den Alleinerzieherinnen liegt dieser Wert sogar bei 43 Prozent. Die Schwierigkeiten in der Koordination von Kind und Karriere gipfeln zudem bei Krankheit, in einer fehlenden Nachmitagsbetreuung und weiters in der täglichen Unsicherheit, ob man bzw. frau es pünktlich aus dem Büro schafft. Überstunden, die ja oft als Zeichen von Engagement und Einsatz gesehen werden, bedeuten für Arbeitnehmer mit Betreuungsverpflichtungen unter Umständen Stress pur. Auch Ferienzeiten, in denen die Kinder viel zu Hause sind, stellen Berufstätige vor eine große Herausforderung.

Angebote zur Vereinbarkeit machen Unternehmen attraktiv

Den Wiedereinstieg ins Berufsleben an sich erleben die Mütter hingegen als eher einfach, nur 18 Prozent der 400 befragten Frauen gaben an, dabei wirklich auf Schwierigkeiten gestoßen zu sein. Freilich – Alleinerzieherinnen hatten hierbei größere Probleme. Spannend ist auch, dass sechs Prozent der Frauen angaben, sie hätten nie wirklich aufgehört zu arbeiten. Zum Wiedereinstieg selbst wünschen sich die Frauen unterstützende Maßnahmen seitens des Arbeitgebers. Einmal mehr zeigt sich, dass Unternehmen, die entsprechende Angebote leben und kommunizieren, attraktive Arbeitgeber für Frauen sind.

Was Mütter wollen

Neben einem identen Gehaltsschema für Männer und Frauen spielt vor allem die zeitliche Flexibilität eine große Rolle. Gemeint ist damit nicht nur die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, in die Frauen oft zurückkehren, sondern auch die Möglichkeit zur freien Arbeitszeit-Einteilung. Auch eine wirklich geregelte Arbeitszeit auf die man sich verlassen kann – sprich ohne Überstunden – wird als Wunsch an den Arbeitgeber genannt. Um die oben angesprochenen Probleme in der Betreuung zu entschärfen, wünschen sich Frauen eine grundsätzliche Versorgungsmöglichkeit für Kinder im Unternehmen bzw. in der Nähe des Arbeitgebers. Übrigens: Das Interesse an einem Heimarbeitsplatz ist gering, lediglich 30 Prozent der Befragten bezeichnen diese Möglichkeit als notwendig oder interessant. Die Studienautoren führen diese Tatsache vor allem auch auf die sozialen Aspekte zurück, die ein Wiedereinstieg mit sich bringt.

Bildnachweis: ollyy / Quelle Shutterstock, market.at

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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