Authentische Chefs sind gefragter denn je

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt, HR am Dienstag, 3. September 2013 um 10:55

Was wirklich wichtig ist, ist stets relativ. In unsicheren Zeiten besinnen sich Studenten wieder auf traditionelle Werte wie die Familie und Freunde. Was den künftigen Chef betrifft, sind die Erwartungen eindeutig: Die Studenten wollen echte Führungskräfte, die Verantwortung übernehmen und wissen, was sie tun.  Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Absolventenstudie von Ernst & Young.

„Gib mir’n kleines bisschen Sicherheit“

leuchtturmJe unsicherer die Zeiten, desto größer auch der Wunsch nach Halt. „Gib mir ’n kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt, in der nichts sicher scheint“, heißt es nicht nur im Song „Irgendwas bleibt“ von Silbermond. Denn wie die Auswertung der Absolventenbefragung von Ernst & Young (EY) zeigt, wünschen sich Studierende zunehmend Verlässlichkeit. Und zwar gerade von ihren künftigen Chefs. Vor allem Fachkompetenz und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, stehen oben auf der Anforderungsliste. Weniger von Bedeutung sind hingegen Faktoren wie Charisma oder Kreativität.

Substanz geht vor Glanz

laecheln„Den Studierenden ist die Substanz wichtiger als die Eigendarstellung der Manager. Auf der anderen Seite scheinen viele Absolventen auch die mediale Darstellung der deutschen Wirtschaftselite kritisch zu hinterfragen, so dass man lieber auf ,ehrliche Arbeit‘ als auf persönlichen Glanz bei seinen Vorbildern setzt“, interpretiert Ana-Cristina Grohnert von EY die Ergebnisse. Gerade als Vorbilder für die Führungskräfte von morgen sind die heutigen Topmanager gefragt.

Nachholbedarf vor Arbeitseinstieg

Ein Grund für den Wunsch nach echten Vorbildern könnte die Tatsache sein, dass sich die Mehrheit der Studenten durch die Studienzeit nicht ausreichend auf das Berufsleben vorbereitet fühlt. Aufgaben mit Führungsverantwortung stehen die Absolventen sehr kritisch gegenüber. Fast zwei Drittel klagen zudem an, zu wenig praktische Erfahrungen gesammelt zu haben. Als Konsequenz gaben gut 50 Prozent der Befragten an, sich vor dem Berufseinstieg noch Führungskompetenzen aneignen zu wollen.

Weiterbildung im Großkonzern

meeting_unternehmenDen idealen Berufseinstieg sehen die meisten Absolventen (knapp zwei Drittel) in einem international agierenden Konzern, kleine Unternehmen oder Start-Ups sind nur für drei Prozent der Befragten interessant. Warum das so ist? „Die Absolventen wägen offenbar genau ab, welche Einstiegsoption am ehesten ihren Zielen entspricht. Großunternehmen und Konzerne bieten für die ersten Berufsjahre ausgezeichnete Möglichkeiten, um weitere Ausbildung zu genießen und Erfahrungen zu sammeln. Ein Auslandsaufenthalt oder der Einblick in ein globales Arbeitsumfeld ist für die Mehrheit reizvoll“, erklärt Grohnert.

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Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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