Warum die Auszeit vom Job später einmal gut ist

von in Arbeitsleben am Montag, 26. August 2013 um 10:23

Manche wollen, können aber nicht. Andere wollen nicht und wieder andere würden gerne, wissen aber nicht wie. Und dann gibt es welche, die haben gar keine Wahl. Die Rede ist von der Auszeit vom Job. Gerade (männliche) Auszeiten für die Kinderbetreuung sind ein heiß diskutiertes Thema. Ein neues Argument FÜR die Pause vom Job kommt jetzt aus der Wissenschaft.

Der Ton macht die Musik

Die Kernaussage der Forscher um Anja Leist von der Universität Luxemburg lautet, dass Unterbrechungen des Jobs den geistigen Abbau im Alter verlangsanem können. Jedoch nicht jede Pause ist dazu geeignet – es kommt darauf an, weshalb jemand vom Job fern bleibt, wie Spiegel Online berichtet. Auszeiten wegen Arbeitslosigkeit oder Krankheit gehen mit einem höheren Risiko einher, im Alter geistig abzubauen. Pausen für die Weiterbildung oder auch eine Elternzeit hingegen wirken sich demnach positiv aus.

Mindestens sechs Monate Pause

rechenaufgabeFür die Studie wurden die Daten von europaweit 18.000 Teilnehmern zwischen 50 und 73 Ländern analysiert. Mehr als 50 Prozent der Befragten hatten zwischen 25 und 65 Jahren mindestens für sechs Monate nicht gearbeitet, knapp 16 Prozent waren einmal arbeitslos, acht Prozent waren für längere Zeit krank. Jede fünfte Frau war eine Zeit lang in Mutterschutz, sieben Prozent aller Teilnehmer haben eine Auszeit für eine Fort- oder Weiterbildung hinter sich. Mit verschiedenen Tests wie etwa Rechenaufgaben oder Wörterlisten merken wurden die kognitiven Fähigkeiten der Personen untersucht.

Anregung als Schlüssel

lernenBei der Auswertung kamen die Forscher zu dem Schluss, dass – je nach Art der Auszeit – diese langfristig stimulierend wirken kann. Wer seine Arbeit für eine andere, anregende Aufgabe verlassen hat, bleibt anscheinend im Alter länger fit. Anders jene, die durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder freiwillig länger zu Hause blieben: Ihnen fiel das Erinnern und Merken von Dingen in den Tests deutlich schwerer als der Vergleichsgruppe. Geistig fit durch Elternzeit & Co. – dieser Schluss liegt also nahe. So oder so – Gründe für Weiterbildung und oder Elternzeit gibt es viele und nun vielleicht einen mehr. Denn ob die Ergebnisse auf einen kausalen Zusammenhang hinweisen, müsse noch untersucht werden, so Leist.

Bildnachweis: MCamper / Quelle Shutterstock, solarseven / Quelle Shutterstock, Dooder / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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