Zeitplan oder To Do-Liste? Davon hängt das Wohlbefinden ab

von in Arbeitsleben am Dienstag, 26. Mai 2015 um 10:30

Macht es einen Unterschied, ob man seine Aufgaben auf einer To Do-Liste oder im Kalender mit fixen Uhrzeiten notiert? Forschungsergebnisse kommen zu dem Schluss, dass die Art und Weise, wie wir unsere Tasks organisieren, das Gefühl von Kontrolle über die Aufgaben und unser Wohlbefinden beeinflusst. Es lohnt sich daher nachzudenken, wie man seine Aufgaben im Job oder in der Freizeit organisiert.


Jeder hat so seine Vorlieben über die Art und Weise, wie Aufgaben und To Dos notiert und organisiert werden. Die einen tragen alles akribisch in ihren Kalender ein und orientieren sich an fixen Zeitangaben, andere bevorzugen Listen und arbeiten einen Punkt nach dem anderen ab. Doch welche über die Planung hinausgehenden Auswirkungen haben diese unterschiedlichen Ansätze auf unser Denken und Fühlen? Die Plattform Forschung erleben berichtet von einer Studie, die untersucht hat, wie Uhrzeitplanende und Ablaufplanende ticken.

Uhrzeitplanende oder Ablaufplanende?

Wer nach der Uhrzeit plant, teilt die Zeit geistig in einzelne, objektive Einheiten ein und startet bzw. beendet seine Tätigkeiten mit Beginn bzw. Ablauf einer Zeiteinheit, zum Beispiel einer Stunde. Bei der Erfüllung ihrer Aufgaben achten Uhrzeitplanende verstärkt auf Effizienz. Ablaufplanende legen wiederum Wert auf Effektivität und Qualität. Sie gehen völlig unabhängig von der Uhrzeit erst dann zur nächsten Aufgaben über, wenn sie das Gefühl haben, dass die vorige beendet ist.

Wenn die Uhr die Kontrolle übernimmt

Die Forschenden Anne-Laure Sellie und Tamar Avnet vermuteten, dass sich diese unterschiedlichen Herangehensweisen in der Planung auch auf das eigene Kontrollgefühl und Wohlbefinden auswirken können. Das Planen von Aufgaben nach bestimmten Zeiteinheiten sollte dazu führen, dass die Uhrzeit das eigene Handeln bestimmt und wir weniger Kontrolle über unser Verhalten empfinden. Die weitere Vermutung: Das Planen nach der Uhrzeit führt zu geringerem Wohlbefinden. Hängt das Bearbeiten einer Aufgaben davon ab, ob man sie persönlich für abgeschlossen hält, gibt das ein größeres Kontrollgefühl und mehr Wohlbefinden.
To Do Liste

Überprüft wurde die Annahme folgendermaßen: Das Forschungsteam ließ Studienteilnehmende eine Yogastunde absolvieren. Die Hälfte der Teilnehmenden musste jede Position für eine bestimmte Dauer halten, zudem war eine Uhr in Sichtweite. Der anderen Hälfte wurden die Yogapositionen nacheinander angekündigt, die Uhrzeit wurde nicht angezeigt. Nach der Yogastunde wurden die Studienteilnehmer nach ihrer Wahrnehmung befragt: Hatten sie selbst Kontrolle über die Übungen oder übernahmen das die Yogalehrenden? Die Versuchsteilnehmer wurden außerdem gefragt, welche Emotionen die Yogastunde bei ihnen ausgelöst hatte.

Aufgabenplanung in Job und Freizeit

Das Ergebnis: Die Uhrzeitplanenden hatten während der Yogaeinheit weniger das Gefühl, die Kontrolle über die Übungen zu behalten, als die Ablaufplanenden. Wer sich nach der Uhr richten musste, hat für die Durchführung der Yogapositionen die Lehrenden stärker verantwortlich gemacht. Dieser Verlust an Kontrollempfinden führte zu weniger positiven Emotionen. Wie wir unsere Aufgaben planen, trägt also zu unserem Wohlbefinden und unserem Kontrollgefühl bei. Trotzdem kann nicht gesagt werden, dass die Ablaufplanung generell besser ist, als die Uhrzeitplanung. Besonders im Arbeitskontext ist es oft sinnvoll, Aufgaben zeitlich einzutakten – ein Weg, der oft effizienter ist als das Abarbeiten einer Liste. Wenn es um Aufgaben in der Freizeit geht, scheint jedoch die Aufgabenplanung zielführender zu sein: Sie sorgt für mehr Wohlbefinden.

Bildnachweis: Dooder / Shutterstock; Liligraphie / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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