Aufgabe oder Unternehmen: Welcher Engagement-Typ sind Sie?

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 18. Januar 2012 um 13:52

Kurze Frage: Was motiviert Sie, sich im Job zu engagieren? Ist es die Aufgabe, die Tag für Tag im Büro auf Sie wartet? Ist es das Unternehmen, mit dessen Werten Sie sich gut identifizieren können? Oder stellt es einfach so günstige Rahmenbedingungen her, dass eine spannende Tätigkeit gar nicht erst nötig ist? Die Gründe, warum Menschen in Jobs Engagement zeigen, sind vielfältig. Eine international durchgeführte Studie kommt nun zu dem Schluss: Es gibt vier Typen von Mitarbeiterengagement. In welchem finden Sie sich wieder?

Engagement ist nicht gleich Engagement, besagt eine aktuelle Untersuchung der Society for Human Resource Management (SHRM), über die haufe.de heute berichtet: Die einen versprühen ihren Elan im Job nämlich deshalb, weil sie ihre Tätigkeit ideal ausfüllt und motiviert. Für welches Unternehmen sie das machen, ist ihnen aber wiederum egal. Andere lieben einfach ihr Unternehmen und die Voraussetzungen die sie darin vorfinden. Interessante Erkenntnis: Engagement bedeutet nicht immer harte Arbeit.

  • Typ 1: „Mitarbeiter mit einem großen allgemeinen Engagement für ihre Arbeitsstelle“: Mögen ihre Arbeit und ihre aktuelle Stelle. Ihr Arbeitspensum kann allerdings etwas geringer ausfallen.
  • Typ 2: „Mitarbeiter, die ein allgemeines Engagement für ihr Unternehmen zeigen“: Mögen den Arbeitgeber und repräsentieren diesen hervorragend und aus Überzeugung. Der produktive Output ist allerdings dadurch nicht zwangsläufig gegeben.
  • Typ 3: „Mitarbeiter mit einem großen aktiven Engagement für ihre Arbeitsstelle“: Arbeiten in erster Linie, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Sie lieben Verantwortung. Für welche Firma sie sich engagieren, ist ihnen allerdings egal.
  • Typ 4: „Mitarbeiter, die ein aktives Engagement für ihr Unternehmen zeigen“: Tun sich leicht, wenn es darum geht, Verbesserungsvorschläge einzubringen und Dinge zu finden, die im Unternehmen nicht ideal laufen. Das geschieht allerdings nicht nur aus Liebe zum Unternehmen. Die Loyalität zum Arbeitgeber kann durchaus auch kleiner sein.

Engagement führt nach oben – vor allem in Österreich

Wie auch immer man zu solchen Typologisierungen stehen mag (ohne solche funktioniert leider Wissenschaft meist nicht), die Ergebnisse sind nicht nur deshalb interessant, weil man darüber grübeln kann, welcher Engagement-Typ man selbst oder die Mitstreiter am Nachbarschreibtisch sind. Sie bekommen gewissen Drive, wenn man sie angesichts einer erst vor wenigen Wochen erschienenen Untersuchung des Personaldienstleisters Robert Half betrachtet, über die wir berichtet haben: Sie besagt, dass vor allem in Österreich (anders als in Deutschland oder der Schweiz, wo Faktoren wie „Fachkenntnis“ bei solchen Entscheidungen höher gestellt werden) das „Engagement“ ein wesentlicher Karriereturbo ist, wenn es um den beruflichen Aufstieg und die Besetzung von Schlüsselpositionen geht.

Stellt sich für Arbeitnehmer nur die Frage, welche Chefs die bessere Performance bringen: Die einen, die mit viel Spirit bei der Sache sind, den Job aber in erster Linie machen, um sich selbst weiterzubringen. Oder jene, die das Unternehmen und dessen „Vision“ verkörpern – selbst wenn sie nicht die härtesten Arbeiter sind. Wäre eine Folgestudie wert…

Bildnachweis: colourbox.com

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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