Die Arbeitswelt der Frau S. – Peace, Selbstzweifel!

von in Arbeitsleben am Freitag, 20. September 2013 um 09:38

Selbstzweifel in der Arbeit. Oft deplatziert und einfach nur störend. Für mich zumindest. Auch wenn viele es abstreiten würden: Hat nicht jeder manchmal Zweifel bezüglich sich und seiner Arbeit? Anflüge, die wie kleine Wolken an einem vorüber ziehen, sind ja noch in Ordnung. Wenn sich daraus aber eine ernstzunehmende Schlechtwetter-Front bildet, hat man möglicherweise ein Problem …

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Memo an mich: Ich bin der Kapitän und alles hört auf mein Kommando!

Der strengste Kritiker in meinem Leben: wohl ich selbst. Ich bin mir sicher, damit nicht alleine zu sein. Perfektionismus in hohem Maße, gewürzt mit einer mal mehr oder weniger ordentlichen Prise Unsicherheit. Das kennen bestimmt auch einige andere. Natürlich würde man Letzteres niemals zugeben. Unsicher? Ich?! Niemals! Ich strotze regelrecht vor Selbstsicherheit! Aber ist es nicht auch einfach mal okay zuzugeben – vor allem sich selbst gegenüber – Ängste und Zweifel zu haben: Mach ich das eigentlich alles richtig und gut so? Ich muss mich mehr anstrengen um den Job behalten zu können. Was, wenn sie nicht mit mir zufrieden sind?

Natürlich weiß man, dass Ängste und Selbstzweifel einem nichts bringen. Nicht weiterhelfen. Im Gegenteil. Sie machen regelrecht wahnsinnig und sorgen sogar vermehrt dafür, kleine Fehler zu machen, die man sich selbst nicht erklären kann oder noch schlimmer: Sie lassen einen blind für Erfolge werden. Aber was soll man bitte dagegen machen?

Von der harten auf die sanfte Tour

friedenspfeife_selbstzweifelSie abzuwürgen bringt schon mal gar nichts. Diesbezüglich erweisen sie sich nämlich als sehr resistent. Je mehr man sich darauf konzentriert, diese Gedanken unter Kontrolle zu bringen, umso lauter rebellieren sie. Es ist, als ob man versuchen würde, einen Haufen Luftballons in einen Kasten zu sperren. Hat man den einen endlich drinnen, fliegen mindestens drei andere wieder heraus. Wie bereits gesagt: Zum Wahnsinnig werden! Da die alte Masche einfach nicht funktioniert, probiere ich es mal mit der „sanften“ Tour und lasse etwas Indian Spirit über mich kommen.

Das heißt, ich setze mich einfach mal mit meinen Selbstzweifeln und Ängsten ums Lagerfeuer und rauche eine Friedenspfeife mit ihnen. Höre mir an, was sie zu sagen haben. Jeden einzeln und für sich. Ich atme dabei vorher ein paar Mal tief ein und aus und überlasse ihnen zur Abwechslung ganz allein die „Showbühne“.  Und plötzlich wird alles ruhiger, angenehmer. Meine Ängste und Zweifel beruhigen sich langsam und machen Platz  frei – für ihn bzw. sie: „Ladies and Gentlemen, begrüßen Sie: mein Selbstvertrauen!“ Mein zurück gekehrtes Selbstvertrauen nimmt seinen ihm gebührenden Platz ein und löst alles auf. Angst für Angst und Zweifel für Zweifel.

Tipps zum Nachmachen und Üben

Nun gut, wahrscheinlich hilft diese kleine Anekdote den meisten Selbstzweifelern ad hoc nicht weiter. Obwohl ich darauf wirklich schwöre. Wer da lieber auf handfeste Tipps zurückgreifen möchte, könnte es aber mal mit diesen probieren – jedoch gilt auch hier: Übung macht den Meister!

  • Sich auf seine eigenen Stärken besinnen: Am besten gelingt dies mit Hilfe eines Blatt Papiers und jetzt bitte nicht gleich aufstöhnen oder negativ ablehnen. Jeder hat Stärken in sich und je bewusster man sich dieser ist, umso mehr kann man diese nutzen und ausbauen. Also, sich einfach mal die Zeit nehmen und etwas in seinem Inneren graben. Ungeahnte Schätze liegen hier meist noch verborgen.
  • Eine andere Perspektive einnehmen: Oft ist man derart in der eigenen Kopf-Welt gefangen, dass man die Situation gar nicht mehr richtig beurteilen kann. Negativ besetzte Gedanken wie: „Ich bin nicht gut genug dafür.“ oder „Was, wenn ich das nicht ordentlich hin bekomme?“ versperren einem die wahre Sicht der Dinge. Hier hilft es, einmal aus der eigenen Perspektive herauszutreten. Einfach eine andere Position einnehmen und von diesem Blickwinkel aus alles betrachten. Ängste und Zweifel können sich dabei als unbegründet entpuppen bzw. neue Lösungsansätze und Alternativen tauchen dabei auf.
  • Vertrauen in sich selbst stärken: Sich an ähnliche Situationen erinnern und zwar an jene, die anfänglich auch für Zweifel gesorgt haben, im Nachhinein aber positiv ausgegangen sind. Diese hat man ja eigentlich ganz gut gemeistert. Am besten auch gleich wieder aufschreiben – man vergisst ja so schnell …

Jeder hat seine Art mit Selbstzweifeln und Ängsten umzugehen – denn bekanntlich ist jeder einfach etwas anders. Ängste sind in Ordnung, sie machen uns auf vieles aufmerksam. Aber man sollte sie nicht das Ruder übernehmen lassen. Nicht vergessen: Wir sind unser eigener Kapitän und können bestimmen, wohin wir wollen! Also dann: Volle Kraft voraus, meine lieben Leser und Leserinnen!

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

Bildnachweis: ollyy / Quelle Shutterstock, Igor Zakowski / Quelle Shutterstock

Redaktion

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