Schöne, neue Arbeitswelt: Kritische Geister, die ehrlich und bescheiden sind, werden zum Auslaufmodell

von in Arbeitsleben, HR am Donnerstag, 30. September 2010 um 10:26

Grundsätzlich geht es ja wieder bergauf: Mit heutigem Stichtag verzeichnen wir um 12,5 Prozent weniger Arbeitslose als noch im Vorjahr . Die Krise scheint, wie das Linzer market Institut mit Zahlen belegt, auch in den Köpfen überstanden: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Österreicher blickt wieder optimistisch in die Zukunft. Was neue Zahlen aber auch belegen: Immer weniger Menschen glauben, dass „klassische“ Werte wie Ehrlichkeit, Höflichkeit und Bescheidenheit auch in Zukunft wichtig sind. Die Arbeitswelt ist im Wandel.

Was ist Ihnen wichtig? Handschlagqualität? Ehrlichkeit? Höflichkeit? Wenn Sie nun jeweils für sich mit „ja“ geantwortet haben, sind Sie in guter Gesellschaft: Denn folgt man den am Mittwoch bei der in Kooperation mit karriere.at veranstalteten HR-Tagung-10 präsentierten Zahlen des Linzer market Instituts, geben dies die meisten an.

Keine große Zukunft für „edle Charakterzüge“

Doch die Schaumbremse für bereits zum Jubel ansetzende Sozialromantiker folgt auf den Fuß: Danach befragt, welche dieser Werte auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden, kristallisiert sich nämlich heraus, dass es gerade jene „edlen“ Charakterzüge sind, denen keine große Zukunft prognostiziert wird. Beispiel Höflichkeit: 90 Prozent halten Höflichkeit heute für extrem wichtig. Jedoch glauben nur 57 Prozent, dass dieser Charakterzug auch in den kommenden Jahren einen wichtigen Stellenwert in der Arbeitswelt haben wird. Trauriger Saldo: Minus 33 Prozent. Ebenso erging es anderen „klassischen“ Werten wie Ehrlichkeit (-32 Prozent), Bescheidenheit (-22 Prozent) oder die Fähigkeit, Dinge kritisch zu hinterfragen (-18 Prozent).

Glaubt man den market-Umfrageergebnissen, sind es hingegen gerade karrierebezogene Eigenschaften, die nach Ansicht der Österreicher in Zukunft immer wichtiger werden: Berufs-/Karriereorientiertheit (+24 Prozent), Leistungsorientiertheit (+27 Prozent) Ehrgeiz (+21 Prozent) und Mobilität/Veränderungsbereitschaft (+17 Prozent).

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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