Die Arbeitswelt der Frau S. – Reine Geschmacksache

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 27. Februar 2014 um 09:43

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten – wie sieht es aber mit der Leistung am Arbeitsplatz aus? Was, wenn diese dem Chef einfach nicht schmecken will? Vor allem in der spannenden Phase nach einem Jobwechsel fragt man sich schließlich nicht selten: Komme ich hier auch gut an?

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Anderer Job, andere Bewertung

Vielleicht hat das der eine oder die andere schon erlebt: In dem einen Job mochte man deinen Arbeitsstil, deine Ideen und Umsetzungen. Im Neuen mag es aber irgendwie nicht so richtig klappen. Plötzlich scheint alles nur noch schlecht bzw. mittelmäßig zu sein. Man selbst versteht die Welt nicht mehr, was da jetzt auf einmal mit einem selber los ist, warum man nicht „perfekt“ abliefert und dann heißt es Bühne frei für den Teufelskreislauf: Die Leichtigkeit geht immer mehr flöten, alles verkrampft sich – vor allem der Kopf – und die Leistung ist erst recht alles andere als das, was der Chef eigentlich gerne hätte, man macht sich noch mehr verrückt und setzt sich selber noch mehr unter Druck …

Nächster Schritt: Gute Frage?!

AnerkennungWas jetzt tun? Im Prinzip gäbe es wahrscheinlich mehrere Antworten darauf. Vielen fällt es aber nicht so leicht, diesen Druck einfach von sich abzuschütteln. Denn es geht bei einem Job doch immer um mehr als nur darum „Kohle zu verdienen“. Es geht um Ansehen, um das eigene Selbstwertgefühl, um die Erkenntnis etwas zu leisten und etwas Nützliches zu machen – darum, in seinem Job einfach gut zu sein. Wir wollen aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und den Job kündigen, weil es gerade nicht so läuft, sondern uns erst mal die Sache etwas genauer ansehen bzw. uns ein paar Fragen stellen:

  •  Ist die Arbeit, die man abliefert, wirklich so schlecht oder gefällt sie „nur“ dem Chef oder der Vorgesetzten nicht?
  •  Gelangt die eigene Arbeit überhaupt bis zum Chef oder wird sie bereits von einer anderen Stelle „abgefangen“ und als schlecht bewertet? (Vorsicht Mobbing!)
  •  Ist die Arbeit dann doch um einiges anders als die Vorherige, diejenige, die man so gut gemacht hat und so oft und so viel positives Feedback bekommen hat?
  •  Ist man selber aufgrund anderer Lebensumstände einfach nicht in Topform?

Jedem Unternehmen sein eigener Stil

Geschmack_gut_schlechtWie dem auch sei, schon mal daran gedacht, dass man selber gar keine schlechte Arbeit macht, sondern einfach nur den Geschmack dieser Arbeitsstelle nicht trifft? Jedes Unternehmen verfolgt seinen eigenen Stil, seine eigene Herangehensweise, bringt seine eigenen und ganz charakteristischen „Produkte“ heraus. Ja, da kann es durchaus schon mal so sein, dass man selbst nicht 100 %ig in dieses Schema hineinpasst, was aber nicht heißt, dass die selbe geleistete Arbeit in einem anderen Betrieb ebenfalls als „Mangelware“ bezeichnet werden würde. Im Gegenteil, wahrscheinlich wäre sie dort genau richtig.

A, B oder C? Du hast die Wahl!

Es gibt viele Gründe warum es in einem Job nicht klappt und es gibt viele Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann:

Option A: So lange an sich selbst zweifeln, bis der Gang in die Arbeit zu einem echten Höllen-Trip wird und die miesen Gefühle sich nicht nur mehr auf den Job beziehen, sondern sich auch in anderen Lebensbereichen ausbreiten.

Von dieser Möglichkeit ist definitiv abzuraten!

Option B: Den Kopf nicht hängen lassen, sich wieder aufrichten und einfach mal ein klärendes Gespräch mit dem oder der Vorgesetzen suchen und dabei zu erörtern versuchen, woran es liegt, dass die Arbeit „nicht gut genug“ ist.

Durchaus empfehlenswert. Hier können Missverständnisse aufgeklärt werden und beide Seiten ihre Verbesserungsvorschläge anbringen. Gezielt Hilfe und Tipps einholen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeigt, dass man engagiert ist, sich auf das Unternehmen einstellen und gute Arbeit leisten möchte. Vielleicht kann der Druck sich so etwas lösen und die Arbeit wieder leichter von der Hand gehen.

Option C: Sich einzugestehen, dass dieser Job – oder vielleicht auch das dortige Umfeld – einfach nicht zu einem passt.

Plan BNatürlich ist das leichter gesagt, als getan. Aber es gibt immer jemanden da draußen in der Arbeitswelt der genau das sucht, was du anzubieten hast! Wo deine Arbeit und deine Art erstklassig in dieses Unternehmen passen.

Also, nicht verzagen oder sich gar entmutigen lassen: Es gibt immer einen Plan B, eine Option A, B, C, D oder E. Jeder hat etwas anzubieten, was gerade ein anderer sucht! Einfach Augen und Ohren offen halten und sich und seinen Fähigkeiten etwas mehr vertrauen – bis zum nächsten Mal, eure Frau S.

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Redaktion

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