Die Arbeitswelt der Frau S. – Traumjob oder ausgeträumt?

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 6. März 2014 um 10:51

Als Kind hat man noch große Träume und jeder Job scheint realistisch zu sein. Ja, als Kind scheint man noch frei von Zukunftsängsten und vermeintlich mangelnden Jobchancen zu sein. Allerdings hält dies nicht lange an und wird schon bald von gut gemeinten elterlichen Sorgen und Bedenken abgelöst.

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Was möchtest du denn werden, wenn du mal groß bist?“ – wer hat diese Frage als Kind nicht mindestens einmal gestellt bekommen. Damals durfte man noch so ausgefallene Berufe wie Archäologin, Astronaut, Meeresforscherin, Zirkusdirektor oder auch Rock-Musiker haben und Erwachsene fanden das zu diesem Zeitpunkt erheiternd bis niedlich. Zehn Jahre später werden solche Berufswünsche mit einem besorgten „Kind, das kann doch nicht dein Ernst sein“-Blick kommentiert und schon befindet man sich in Null-Komma-Nix auf dem Verhörstuhl bzw. vor der elterlichen Predigtkanzel: „Du brauchst doch einen sicheren Job, vor allem in Zeiten wie diesen. Wie hast du dir das vorgestellt? Wie willst du mit diesem Job Rechnungen zahlen. Du möchtest doch nicht einmal auf der Straße landen, sondern in einem schönen Haus wohnen! Wer hat denn in diesem Beruf schon wirklich Erfolg – doch bloß eine Hand voll vielleicht?!

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Berufswunsch AusbildungGenau, etwas Ordentliches soll einmal aus dem Kind werden: erfolgreich, wohlhabend, es wie die Eltern schaffen oder in den meisten Fällen es sogar besser machen und glücklich soll es auch noch sein, was in den meisten Köpfen allerdings nur mit einem guten Gehalt und einem „sicheren“ Job einhergehen will … „Lern zuerst einmal was Gescheites und mach einen Abschluss, dann kannst du immer ja noch machen was du willst!“ Tja, und dann stehen die meisten da, mit einem Abschluss, einer fertigen Ausbildung und machen alle um einen herum „so richtig stolz“. Wer da nicht konsequent an seinen Träumen dran bleibt, hat eigentlich schon verloren. Bevor man es realisiert, ist man in einem Beruf gelandet, der weit entfernt vom Traumjob ist, aber jetzt ist man schon mal dort wo man ist und macht einfach weiter. Familie und anderweitige Verpflichtungen kommen oft noch hinzu und der eigentliche Berufswunsch wird für immer abgehakt, eventuell noch als Hobby gepflegt. Bei manchen geht es gut, andere wiederum merken nach ein paar Jahren, dass da etwas nicht stimmt und glücklich sein sich irgendwie anders anfühlt.

Alles auf Anfang!

Berufswunsch NeubeginnAber kann man „mitten im Leben“ genau dieses so mir nichts, dir nichts umkrempeln? Sich auf seine innere Stimme verlassen und beruflich wieder bei Null anfangen? Viele schmettern diese Gedanken ziemlich schnell wieder ab und hoffen, dass die Zeit bis zur Pension schnell vorübergeht. Jedem das Seine natürlich, aber ich weiß nicht was so viele damit haben, sich immer erst in der Pension verwirklichen zu wollen, ihr Leben dann endlich so zu gestalten, wie sie es schon immer gerne haben wollten und hier vielleicht auch endlich Zeit für ihre Hobbys und Liebsten aufzubringen. Was ist so verkehrt daran, jetzt schon mit dem „richtigen“ Leben anzufangen?

Check, check

Ich plädiere jetzt nicht dafür, dass jedermann oder auch jedefrau seinen Job an den Nagel hängt und sich in ein neues Arbeits-Abenteuer stürzt, um sich selbst zu verwirklichen – allerdings kann ein kleines Check-up bestimmt nicht schaden:

  • Erfüllt mich meine Arbeit oder ist sie eher Mittel zum Zweck?
  • Was ist mir im Leben wirklich wichtig?
  • Auf welche Art und Weise kann ich das erreichen?
  •  Worin bestehen die Sicherheiten in meinem Leben und wie viel brauche ich wirklich davon?
  • Was definiere ich als Luxus und was brauche ich um diesen zu verwirklichen?
  • Wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, für welchen Job würde ich mich dann entscheiden?

Fragen dieser Art könnten schon mal helfen, sich über seine Bedürfnisse und inneren Wünsche Klarheit zu verschaffen. Vielleicht passt ja alles so wie es ist, aber wenn nicht – warum nicht über eine Veränderung wenigstens kurz nachdenken? Sich einfach mal die Optionen durch den Kopf gehen lassen, Erkundigungen einholen und wer weiß, vielleicht stellt sich letzten Endes der Traumjob als gar nicht mal so abwegig heraus?

Yes, you can!

yes you can„In Zeiten wie diesen“ ist ohnehin nichts sicher und es gibt so viele Menschen da draußen, die einen verrückten Schritt gewagt haben und nicht auf die Schnauze gefallen sind. Im Gegenteil, die endlich eine Beschäftigung gefunden haben, die wirklich zu ihnen passt und die sie mitunter glücklich macht. Ich würde sogar behaupten „in Zeiten wie diesen“ ist es immer einfacher sich neu zu erfinden und neue Wege auszuprobieren. Wer an sich glaubt kann vieles erreichen – da kann die Umwelt noch so viel Kopf schütteln wie sie will. Es ist unser Leben und wenn wir es nicht jetzt – mitsamt unseren Träumen – ausleben … wann denn bitte dann?!

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Redaktion

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