Arbeitsrecht: Diese Änderungen bringt 2015

von in Arbeitsrecht, HR am Donnerstag, 8. Januar 2015 um 11:51

Was das Arbeitsrecht in Österreich betrifft, hat der Jahreswechsel ein paar Änderungen gebracht. Geringfügig Beschäftigte wird die neue Verdienstgrenze interessieren, außerdem gibt es Neuerungen, was die Aufzeichnung der Arbeitszeit betrifft.  Die Änderungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Überblick.

Neuigkeiten im Arbeitsrecht

  • Die Geringfügigkeitsgrenze steigt von 395,31 Euro monatlich auf 405,98 Euro pro Monat.
  • Das höchstmögliche Arbeitslosengeld steigt auf 48,30 Euro täglich (2014 waren es 48,02 Euro).
  • Das Fachkräftestipendium gibt es für folgende Ausbildungen nicht mehr:  Pflegehilfelehrgang, Schule für Sozialbetreuungsberufe, Lehrgang zur Ausbildung von Sondererziehern, Kolleg für Sozialpädagogik, Kolleg für Kindergartenpädagogik, Kolleg für Hortpädagogik, Kolleg für Sonderkindergartenpädagogik. Das gilt für Personen, die ab 1. Jänner 2015 eine Ausbildung begonnen haben.
  • Für Stipendienbezieher erhöht sich die jährliche Zuverdienstgrenze von bisher 8.000 auf 10.000 Euro. Allerdings wird zukünftig aliquot ausgeschüttet, wenn in einem Kalenderjahr nicht das ganze Jahr Beihilfe bezogen wird.
  • Änderungen gibt es auch beim Arbeitszeitgesetz, die Arbeitszeitaufzeichnungen werden vereinfacht. Arbeitnehmer, die sich Arbeitszeit und -ort selbst einteilen, können auf die genaue Aufzeichnung von Beginn und Ende des Arbeitstages sowie der Ruhepausen verzichten. Festgehalten wird der Saldo eines Arbeitstages, z.B. Montag, 8,5 Stunden. Die Aufzeichnung von Ruhepausen bis max. 30 Minuten konnte bisher nur auf Grundlage einer Betriebsvereinbarung entfallen. Seit 1. Jänner 2015 können Ruhepausen auch auf Grundlage von Einzelvereinbarungen entfallen. Außerdem bleiben in Zukunft auch unterschiedlich lang gewählte Ruhepausen aufzeichnungsfrei.Die tägliche Aufzeichnung der Arbeitszeit kann bei fixer Arbeitszeitaufteilung ganz entfallen. Die Einhaltung der Arbeitszeit muss der Arbeitgeber nur noch einmal monatlich bestätigen. Mitarbeiter haben jetzt das Recht auf Übermittlung der Arbeitszeitaufzeichnung durch ihren Arbeitgeber – und zwar ein Mal pro Monat. Das müssen Arbeitnehmer aber ausdrücklich verlangen.
  • Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz: Bereits seit 2011 drohen bei Unterentlohnung Verwaltungsstrafen. Seit 1. Jänner ist nicht mehr die Unterschreitung des kollektivvertraglichen Grundlohns strafbar, sondern das ganze kollektivvertragliche Entgelt inkl. aller Bestandteile wird zum Maßstab. Nicht strafbar ist die Unterlohnung, wenn schon vor der Kontrolle durch die Behörde die Differenz nachgezahlt wird. Bei geringer Überschreitung oder leichter Fahrlässigkeit kann von einer Anzeige auch abgesehen werden.

Über weitere Änderungen für Arbeitnehmer und Konsumenten informiert die Arbeiterkammer, Arbeitgeber informiert die WKO.

Bildnachweis: focal point / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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