Österreichischer Arbeitsmarkt: Mehr Teilzeitarbeit für Frauen

von in Arbeitsmarkt am Donnerstag, 11. Juni 2015 um 10:27

Was tut sich auf dem Arbeitsmarkt in Österreich? Die Statistik Austria hat die Zahlen für das erste Quartal des Jahres anhand des Mikrozensus Österreich analysiert: Immer mehr Frauen arbeiten Teilzeit – das geht auf Kosten von Vollzeitjobs. Die Arbeitslosenquote bleibt im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Arbeitsmarkt Österreich im Überblick

Die Statistik Austria hat das erste Quartal 2015 analysiert und folgendes festgestellt:

  • 251.000 Österreicher sind derzeit ohne Job. Im Vergleich zum 1. Quartal 2014 (256.400 Arbeitslose) ein leichter Rückgang.
  • Den arbeitslosen Personen stehen 66.800 offene Stellen gegenüber.
  • Um 25.700 Personen ist die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresvergleich gestiegen. Das ist vor allem auf den Zuwachs von Teilzeitkräften zurückzuführen.

Teilzeitarbeit boomt vor allem bei Frauen

Wirft man einen Blick auf die Gruppe weiblicher Erwerbstätiger, bestätigt sich einmal mehr ein bekannter Trend: Frauen verzeichnen bei Teilzeitarbeit Zuwächse, im 1. Quartal war es ein Plus von 25.000 Arbeitsplätzen. Die gingen jedoch Großteils auf Kosten von Vollzeitjobs. Die Statistik Austria meldet hier einen Rückgang von 21.200 Arbeitsplätzen. Der Austausch von Teilzeit auf Kosten von Vollzeitjobs passierte vor allem im Handel. Bei Männern wurde, verglichen mit dem ersten Quartal 2014, ein Zuwachs an Vollzeiterwerbstätigen verzeichnet: Plus 23.500. Die Zahl der Teilzeit arbeitenden Männer blieb nahezu unverändert (241.200).

Arbeitslosigkeit: Alles bleibt fast beim Alten

Die Zahl der Arbeitslosen bleibt in etwa auf Vorjahresniveau, ein Rückgang zeigt sich vor allem bei den Jugendlichen.

 1. Quartal 20151. Quartal 2014
Arbeitslose251.000256.400
Arbeitslosenquote5,8%6%
Männer6,3%6,1%
Frauen5,3%5,8%
Jugendliche (15-24 Jahre)9,6%11,4%
Ältere (55-64 Jahre)4,9%4%

Österreicher lockt die Selbstständigkeit

Plus 25.700 Erwerbstätige in Österreich (verglichen mit dem 1. Quartal 2014) – der Großteil davon sind Unselbstständige. Die Statistik zeigt aber auch, dass mehr Österreicher ihr Glück als Ein-Personen-Unternehmen versuchen. Die Summe aller Selbständigen und Mithelfenden hat sich zwar kaum verändert (542.900 Personen), allerdings die Gewichtung: Die Zahl der Selbständigen hat sich um 15.800 erhöht, jene der Mithelfenden ging zurück. Der Anstieg bei den Selbständigen betrifft vor allem Ein-Personen-Unternehmen, die auf weitere Mitarbeiter verzichten.

Arbeiten im Alter

Das Haupterwerbsalter liegt zwischen 15 und 64 Jahren, der Anteil an der Wohnbevölkerung beträgt 70,2 Prozent und blieb damit fast unverändert. Bei Männer und Frauen ab 55 Jahren erhöhte sich die Quote um 1,6 Prozentpunkte auf 45,1 Prozent. Bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) wurde eine etwas niedrigere Quote ermittelt: 50,7 Prozent, 1. Quartal 2014: 51 Prozent).

Quelle: Statistik Austria, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und Offene-Stellen-Erhebung. Internationale Definition des Erwerbsstatus nach dem ILO-Konzept.

Bildnachweis: Everything/ Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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