Chefs schlagen Alarm: Mitarbeiter achten zu wenig auf ihre Gesundheit

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 24. Januar 2013 um 11:23

Wie wertvoll die eigene Gesundheit ist, merkt man leider oft erst dann, wenn es nicht gut um sie bestellt ist: Wenn Schmerzen zu täglichen Begleitern werden oder eine plötzliche Erkrankung einen aus der Bahn wirft. Obwohl wir in einer grundsätzlich gesundheitsbewussten Gesellschaft leben, sieht der Alltag vieler Menschen alles andere als ideal aus. In Deutschland schlagen nun ausgerechnet die Arbeitgeber Alarm: „Jeder zweite Arbeitnehmer achtet zu wenig auf seine Gesundheit.“

Lieber Currywurst als Gemüseplatte

Die Ergebnisse der Studie „Gesundheit im Unternehmen“ der Süddeutschen Krankenversicherung sind alarmierend. 56 Prozent der Arbeitnehmer achten nach Einschätzung ihres Arbeitgebers zu wenig auf eine gesunde Ernährung, was sich etwa in der Wahl des Kantinenessens zeigt. Currywurst und andere Kalorienbomben liegen weit vor den gesunden Alternativangeboten. Zudem würde sich nur die Hälfte der Belegschaft ausreichend bewegen. „Auch wenn die Beschäftigen natürlich in erster Linie selbst für ihre Gesundheit verantwortlich sind, sollten diese Beobachtungen jeden Arbeitgeber alarmieren“, so Klaus Henkel, Vorstandsvorsitzender der Krankenversicherung. Die Ergebnisse der deutschen Befragung kann man durchaus auch auf Österreich umlegen. Laut einer market-Studie zählt die „erzwungene“ Bewegungsarmut im Job zu den größten Belastungen am Arbeitsplatz.

Vier von zehn kommen krank zur Arbeit

Aber nicht nur ungesunde Ernähung oder mangelnde Bewegung sind Grund zur Sorge: Laut der Krankenversicherung gehen vier von zehn Mitarbeitern krank zur Arbeit. Besonders in KMUs führt die Loyalität mit dem Arbeitgeber zu ungesunden Auswüchsen. An dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben darf, dass kranke Mitarbeiter keineswegs immer freiwillig zur Arbeit kommen. Denn wie eine Studie der Personalberatung LAB & Company zeigt, entscheidet manchmal scheinbar der Chef, wie krank man wirklich ist. Die Umlegung der Studienergebnisse auf Österreich liegt auch hier nicht fern.

Gesundes Führen will gelernt sein

Dabei ist das Wissen um die große Bedeutung gesunder Mitarbeiter längst in den Unternehmen angekommen. Wie der Hernstein Management Report zeigt, hat die Gesundheit im eigenen Unternehmen für 83 Prozent der befragten Großunternehmen strategische Relevanz. Betriebsarzt, Gesundheitschecks sowie Seminare und Infoveranstaltungen zum Thema lassen sie sich einiges kosten. Was laut der Studie noch fehlt sind Schulungen für Manager, die ein gesundes Führen vermitteln sollen. Bei konkreten Konzepten zur betrieblichen Gesundheitsförderung liegt Deutschland mit 92 Prozent der Unternehmen deutlich vor Österreich (69 Prozent) und der Schweiz (68 Prozent).

Bildnachweis: violetkaipa / Quelle Shutterstock, market, LAB

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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