Schlechter Ruf einer Produktmarke kann das Arbeitgeberimage schwächen

von in HR am Montag, 21. September 2015 um 10:32

Geht es um beliebte Arbeitgeber, belegen Unternehmen mit starken Konsumentenmarken regelmäßig Top-Plätze. Im Umkehrschluß betrachtet: Welche Auswirkungen haben schlechter Service, schwache Marken oder Dienstleistungspannen auf das Arbeitgeberimage? Eine Studie zu Employer Branding und Produktreputation hat untersucht, wie Arbeitgeber damit umgehen.

Marken, die bei Konsumenten besonders beliebt sind, verschaffen dem Hersteller auch als Arbeitgeber oft einen Vorsprung. Wer keine bekannten Produkte mitbringt, muss sich als Unternehmen beim Thema Employer Branding besonders anstrengen. Extra Hausaufgaben gibt es aber auch für Großkonzerne abseits des Mittelstands, deren Produkte oder Dienstleistungen mit schlechter Reputation zu kämpfen haben. Sind unbekannte Unternehmen oder jene, deren Produkte mit Problemen kämpfen, automatisch schlechte Arbeitgeber?

Schlechtes Produktimage = schlechter Arbeitgeber?

Genau das hat die Studie „Employer Branding und Produktreputation“ der Hochschule der Medien in Kooperation mit der Maenken Kommunikation kürzlich untersucht. Wie können Mittelständler als Arbeitgebermarke punkten? Wie macht man seine Arbeitgebermarke bekannt, wenn man im B2B-Bereich Produkte oder Dienstleistungen verkauft, die dem Konsumenten unbekannt sind? 88 ausgewählte Experten aus verschiedenen Branchen haben an der Studie teilgenommen, so gehen sie mit dem Thema Employer Branding um:

Die Kernaussagen der Studie im Überblick

  1. Die Basics: Ohne Arbeitgebermarke geht es kaum
    Demografischer Wandel, Globalisierung, Generation Y, Fachkräftemangel – welches Schlagwort man auch bemüht, um Employer Branding kommt man nicht mehr herum. Rund 40 Prozent der befragten Teilnehmer haben bereits eine fertig definierte Arbeitgebermarke. Weitere 30 Prozent arbeiten gerade daran, der Großteil möchte seine Strategie noch heuer umsetzen. Wer noch keine Marke hat, für den ist der Leidensdruck noch zu gering oder das Unternehmen ist noch sehr jung.
  2. Unternehmen investieren immer mehr
    Rund zehn Prozent der Befragten lassen sich ihr Employer Branding mehr als 200.000 Euro kosten, es geht aber auch ohne großes Budget: Etwas mehr als ein Viertel der Befragten bestreiten die Arbeit an der Employer Brand ohne zusätzliches Budget. Die Mehrheit der Unternehmen nutzt interne Ressourcen für die Arbeit und nimmt fallweise Schulungen oder externe Beratungen in Anspruch.
  3. Reputationsprobleme wirken sich auch auf das Employer Branding aus
    Mit Imageproblemen im eigenen Unternehmen kämpft fast die Hälfte der befragten Unternehmen. Modernität, Führungsstil und Service werden als Problemfelder am häufigsten genannt. Weitere Gründe sind Business im B2B-Bereich, die Branche oder ein verstaubtes Image. Knapp 26 Prozent sind der Meinung, dass ein Unternehmen mit schlechtem Ruf auch kein guter Arbeitgeber sein kann. Rund 60 Prozent der Studienteilnehmer sagen: Die Reputation eines Unternehmens kann die Entscheidung eines Bewerbers beeinflussen.
  4. Transparenz und Authentizität machen attraktiv
    Was Bewerber an einem Arbeitgeber besonders attraktiv finden, darüber waren sich die Studienteilnehmer einig: Die Faktoren Authentizität und Transparenz in der Ansprache zählen am meisten. Das Unternehmensimage ist sehr wichtig (38 Prozent) oder wichtig (55 Prozent). Etablierte Marken und gute Produkte helfen bei der Suche nach Talenten ebenfalls – das sehen 50 Prozent der Befragten so.
  5. Social Media & Mobile Recruiting
    Rund drei Viertel der befragten Teilnehmer nutzen bereits Social Media Kanäle im Recruiting, vor allem Facebook und Business Netzwerke. Genutzt wird Social Media vor allem für die Kommunikation von Stellenausschreibungen, für die Imageverbesserung und um die Bekanntheit zu steigern. 17 Prozent möchten Bewerber auch unterwegs erreichen und bereiten alle Informationen für mobile Endgeräte auf. Mehr als ein Viertel der Arbeitgeber, die das noch nicht tun, möchten Mobile Recruiting aber in ihre Employer Branding Maßnahmen integrieren.

Die gesamte Studie mit allen Detailergebnissen steht hier kostenlos zur Verfügung.

Bildnachweis: fotogestoeber / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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