Lesestoff zum Wochenende: „Anleitung zum Müßiggang“

von in Arbeitsleben am Freitag, 18. Juli 2014 um 10:10

Der britische Intellektuelle und Autor Tom Hodgkinson beschäftigt sich seit Jahren mit den vielen Facetten des Müßiggangs. Mit viel britischem Humor und Ironie liefert der Autor eine pefekte Anleitung, „Die Faulheit zu feiern und die westliche Arbeitsmoral zu attackieren“. Neugierig geworden? Gut so. Viel Spaß beim Lesen!

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„Was wird er tun? Nun, nichts.“

Angenommen es gibt ein Buch, nach dessen Lektüre man sein Verhältnis zur Arbeit bzw. zum Leben allgemein in Frage stellt, dann ist es dieses. In seinem Werk „Anleitung zum Müßiggang“ verdeutlicht Hodgkinson anschaulich und sehr aufrüttelnd, wie wir Menschen uns zu modernen Sklaven machen ließen und weshalb es so wichtig ist, die hohe Kunst des Müßiggangs, des Nichtstuns, zu erlernen. Er führt durch die verschiedenen Phasen des Tages, jeder Stunde ist dabei ein eigenes, buntes Kapitel gewidmet. Begonnen wird um acht Uhr früh und mit der Erklärung, weshalb man im Bett liegen bleiben sollte. Auch um zehn Uhr hat sich daran nichts geändert. Er schreibt etwa: „Um zehn Uhr ist der Müßiggänger wahrscheinlich wach, starrt möglicherweise an die Decke und hat bestimmt keine Eile, in die Senkrechte zu kommen. Noch einmal regieren Ruhe und Frieden; die Arbeitenden sind jetzt an ihren Schreibtischen oder in Kaufhäusern und Fabriken; es ist ihm gelungen, seinem schlechten Gewissen wegen des Liegenbleibens Widerstand zu leisten, und er ist nun Herr seiner Zeit. Und was wird er tun? Nun, nichts. Gar nichts, außer Betrachtungen anstellen, nachdenken, lesen.“

„Kaffeehaus als Tankstelle für Menschen“

Arbeiten im KaffeehausMehr Genuss, Gelassenheit, Freiheit und eben Müßiggang – so lautet die Kernaussage des Buches. Es geht darum, Zeit zum Denken zu haben. Zeit, kreativ zu sein. Und das ohne Ablenkungen wie Telefonate oder E-Mails. „Die Tatsache, dass Müßiggang produktiv sein kann, wird verdrängt“, so der Autor. „Wir schuften den ganzen Tag und dann zahlen wir für das Vergnügen, auf einem Laufband zu rennen!“, geht er hart mit der modernen Arbeitswelt ins Gericht und schafft so wunderbare Vergleiche wie jenen des Kaffeehauses als „Tankstelle für Menschen“. Und ja, der Kultautor schreibt, wie er schreibt: Er überzeichnet, übertreibt und lässt auch eine gehörige Portion britischen Humor einfließen. Und dennoch ertappt man sich beim Lesen immer wieder dabei, ihm einfach nur zustimmen zu müssen. Oder aber man fühlt sich selbst ertappt, was noch viel schlimmer ist.

Einzig im Krankenstand hat man Ruhe

Gespickt ist seine Stundenanalyse mit zahlreichen historischen Fakten sowie Zitaten von sehr klugen Menschen, die sich bereits vor überraschend langer Zeit Gedanken über genau jene Themen gemacht haben, die uns heute so sehr beschäftigen. Kurz: Der Erfolg der protestantischen Arbeitsmoral ist Hodgkinson kein Rätsel, jedoch ein Dorn im Auge. Denn immer dann, wenn man einmal nichts tut, fühlt man sich schuldig. Die Folgen namens Burnout & Co. kennen wir alle nur zu gut. Einzig im Krankenstand sind wir, so der Autor, davon befreit und können tun, was wir wollen.

Fazit: Ein Buch, das aufrüttelt und wohl nicht nur jene anspricht, die von der Drei- oder Viertagewoche träumen. Absolut lesenswert mag man es, einmal angefangen, gar nicht mehr aus der Hand legen. Was zurück bleibt? Denkanstöße, eine neue Sichtweise und im besten Fall eine kleine Veränderung im Kopf, die den einen oder anderen „Lazy Sunday“ hervorbringt.

Anleitung zum Muessiggang CoverZu gewinnen: Drei Ausgaben von “Anleitung zum Müßiggang”

Einfach bis einschließlich 27. Juli 2014 eine E-Mail mit dem Betreff „Müßiggang“ samt Postadresse an marketing@karriere.at senden. Die drei Bücher werden unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.

Bildnachweis: Gajus /Quelle Shutterstock, Eugenio Marongiu /Quelle Shutterstock,

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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