Angeber und Selbstüberschätzer: Wer sich für besser hält, macht Karriere

von in Arbeitsleben am Freitag, 14. Januar 2011 um 10:28

Der Kollege, der mit stolz geschwellter Brust über den Bürogang stolziert und sich nur mit den wirklich wichtigen Dingen abgibt. Aufblasen, vorne stehen, besser sein. Als Karrieredampfwalze mühelos Sprosse um Sprosse der Karriereleiter erklimmen. Und sich dabei hemmungslos selbst überschätzen. Offenbar gut für die Karriere – wie jetzt eine Studie der Uni Zürich zeigt.

Viele vermuten schon lange: Alpha-Tiere, die sich für besser halten als der Rest, machen eher Karriere. Die Ökonomin Eva Maria Aulich von der Universität Zürich hat in einer Studie unter Angehörigen des Schweizer Militärs untersucht, warum Selbstüberschätzer die Karriereleiter schneller emporsteigen. Der Grund ist, dass Angeber von ihren Chefs als kompetenter angesehen werden und daher größere Chancen auf eine Beförderung haben.

Im Rahmen der Studie wurden 436 männliche Rekruten zu Beginn ihrer Ausbildung auf ihre Selbstüberschätzung getestet. Nach einer Welle an Beförderungen, wurden die Rekruten noch einmal getestet. Dabei hat sich herausgestellt, dass Selbstüberschätzer viel häufiger befördert wurden, als Rekruten die einfach nur gut in ihrem Job waren. Wer also denkt, er könne mehr als er kann, hat die besten Chancen auf die nächste Beförderung. Befördert werden weder die Besten noch die Schlechtesten, sondern der Durchschnitt mit Hang zur Selbstüberschätzung.

Dabei warnt Aulich vor den fatalen Folgen dieser Beförderungspolitik. Selbstüberschätzung führt zu mehr Risikofreudigkeit, was sich gerade in der Wirtschaftskrise deutlich gezeigt hat. Sie plädiert dafür, dass vermehrt objektive Faktoren in die Beförderungsentscheidungen miteinbezogen werden. Überkonfidenz wird leicht als Kompetenz missinterpretiert.

Foto: AllzweckJack / Quelle PHOTOCASE

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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