Well done! Anerkennung per Mausklick

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 6. März 2013 um 11:19

Lob und vor allem Anerkennung sind lebenswichtig für die Motivation im Job aber auch die eigene Zufriedenheit im Unternehmen. Oft ist Anerkennung jedoch Mangelware und dabei ist es fast egal, ob der Wille dafür da ist oder nicht. Denn keine Anerkennung ist eben keine Anerkennung. Eine interessante und völlig neue Möglichkeit, Zuspruch auch wirklich und noch dazu messbar im Joballtag umzusetzen, hat der Wiener Patrick Killmeyer entwickelt. Seit Anfang des Jahres ist sein neues soziales Netzwerk Kraftwerk Anerkennung online, derzeit laufen Gespräche mit möglichen ersten Kunden.

„Ich habe gesehen, wie viel Anerkennung bewirken kann“

Patrick Killmeyer

Patrick Killmeyer

„Die Idee hinter Kraftwerk Anerkennung ist getrieben aus meinem bisherigen Berufsleben. Ich habe gesehen, wie viel Wertschätzung bewirken kann, aber auch, was fehlt, wenn sie nicht vorhanden ist. Mein Ziel war es also, ein Mittel bereitzustellen, Anerkennung in den Unternehmen zu etablieren und zu fördern“, erklärt Patrick Killmeyer. 2011 wurde Kraftwerk Anerkennung (kW-A) schließlich von Killmeyer, seiner Frau Anne und einem Partner gegründet, seit Ende 2012 ist die Seite online. Kurz gesagt ist kW-A ist ein Online-Dienst, der das elektronische Austauschen von anerkennenden Worten ermöglicht.

Hilfe durch Anleitung und Struktur

Wie läuft sie also konkret ab, die virtuelle Anerkennung? „Zuerst folgt ein Beratungsgespräch, in dem gemeinsame Ziele abgesteckt werden. Führungskräfte können sich etwa auch überlegen, Incentives für die anerkennendsten Mitarbeiter als Ansporn zu nennen. Zurück im Arbeitsalltag können die Teilnehmer sich auf unserer Website einloggen und Anerkennungen verfassen und an ihre Kollegen versenden“, so Killmeyer. Anleitungen sowie eine vorgegebene Struktur helfen beim Schreiben der Texte. Der Verfasser kann festlegen, ob diese privat bleiben oder anonym bzw. unter seinem Namen mit anderen auf der Seite oder auf Facebook geteilt werden können.

KPI für die Fähigkeit, Anerkennung zu geben

Im Lauf des Prozesses erhält und gibt also jeder Mitarbeiter Anerkennung, diese wird nicht nur gelesen, sondern auch registriert. „Das Besondere unserer Plattform ist, dass man die Wertschätzung im Unternehmen kontinuierlich messen kann.“ Es wird dabei nicht nur registriert, wer wie oft schreibt – die Anerkennungen werden auch von den Empfängern bewertet, „natürlich ohne dass der Sender diese einsehen kann“, ergänzt Killmeyer. Dieser Wert bietet dann die Grundlage für die Berechnung des so genannten kW-A-Index. „Dieser ist ein KPI für die Fähigkeit Anerkennung zu geben“, erklärt der Initiator und Firmengründer.

„Die Gefahr Alltagsstrudel ist groß“

Den großen Vorteil sieht er darin, dass durch kW-A ein Platz geschaffen wird, an dem Anerkennung tatsächlich passiert. „Man braucht, so wie bei Neujahrsvorsätzen auch, die richtigen Rahmenbedingungen, Veränderungen auch wirklich umzusetzen. Selbst wenn ein Thema wie fehlendes Lob im Unternehmen bewusst ist, heißt das noch lange nicht, dass dieses auch umgesetzt wird. Im Büroalltag fallen unzählige Dinge an, die einen von solchen Zielen abhalten. Die Gefahr, sich im Alltagsstrudel mitziehen zu lassen, ist groß.“

Chefsache Anerkennung?

Ist Anerkennung Chefsache? Nein, meint der IT-Spezialist. „Es ist ganz wichtig, dass jeder mitmacht. Anerkennung sollte etwas sein, dass das jeder Mensch mit jedem austauscht. Wir erleben häufig die Erwartungshaltung, dass die Führungskräfte dafür verantwortlich sind – das geht sich bei vielen Unternehmen aber allein zeitlich nicht aus.“ Wichtig sei zudem auch der Unterschied von Anerkennung und Lob. Lob ist quasi ein Schulterklopfen und beinhaltet immer, dass man sich selbst über den anderen stellt, erklärt Killmeyer. Anerkennung ist hingegen sehr wertvolles Feedback, das auch hierarchieübergreifend funktioniert.

Bildnachweis: Doremi / Quelle Shutterstock, privat

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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