Alkohol am Arbeitsplatz: Jeder Siebte trinkt im Job

von in Arbeitsleben am Dienstag, 26. Februar 2013 um 10:59

Fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind alkoholkrank, abgesehen von den sozialen und gesundheitlichen Belastungen führen Alkohol und auch Drogen nicht selten zu Problemen am Arbeitsplatz. Mehr Unfälle, Krankenstände, Leistungsabfall und schlichtweg Fehler – immer mehr Menschen berichten über Probleme mit Kollegen, die mit Alkohol nicht umgehen können. Obwohl die Verfügbarkeit von Alkohol am Arbeitsplatz sich stetig verringert, trinkt weiterhin jeder Siebte im Job. Die Folgen sind enorm, allein in Österreich entsteht pro Tag ein Schaden von fast drei Millionen Euro. Hilfe kommt nun vom oö. Instutit für Suchtprävention.

Sind Alkohol- und Drogentests am Arbeitsplatz erlaubt?

Denn wie soll man umgehen, mit dieser durchaus schwierigen Thematik? Was tun, wenn der Kollege oder ein Mitarbeiter ein Alkoholproblem hat? Mit einer neuen Broschüre (gratis zum Download) und sieben kurzen Videoclips will das Institut für Suchtprävention OÖ Unternehmen neue „Waffen“ im Kampf gegen Alkohol am Arbeitsplatz anbieten. In einem Video etwa beantwortet Ernst Stummer, Jurist der Arbeitkammer, die Frage, ob Alkohol- und Drogentests am Arbeitsplatz erlaubt sind:

Kann Alkoholkonsum ein Entlassungsgrund sein?

Aber auch Fragen wie die folgenden werden beantwortet: Ist ein generelles Alkoholverbot im Betrieb zulässig? Kann der Konsum von Alkohol und illegalen Substanzen ein Entlassungsgrund sein? Wie soll sich ein Vorgesetzer gegenüber einem betrunkenen Arbeitnehmer verhalten? Sind Fragen zu Alkohol und Drogen bei Bewerbungen zulässig? Die Broschüre „handeln statt wegschauen“ bietet zudem einen Überblick über die Möglichkeiten und Anwendungsbereiche von zeitgemäßer betrieblicher Suchtprävention, vor allem KMU, in denen es aufgrund der geringen Größe meist keinen eigenen Gesundheitsbeauftragten gibt, sollen davon profitieren.

2,9 Millionen Euro Schaden pro Arbeitstag

Die Notwendigkeit für ein Handeln ist rasch erklärt: Unabhängig vom persönlichen Leid, welches oft nicht in Zahlen ausdrückbar ist, hat Substanzmissbrauch auch gravierende negative Folgen für die Betriebe. Und diese sind, trotz der hohen Dunkelziffer, sehr gut messbar. So sind Alkoholkranke im Durchschnitt zwischen 15 und 25 Prozent weniger leistungsfähig als ihre Kollegen, jeder dritte Arbeitsunfall passiert unter dem Einfluss von Alkohol. In Summe wird geschätzt, dass österreichischen Unternehmen pro Arbeitstag ein Schaden von etwa 2,9 Millionen Euro durch Alkohol am Arbeitsplatz entsteht.

Bildnachweis: conrado / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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