Jobsuche 45plus – Teil 2: Bewerbungstipps für Best Ager

von in Bewerbung, Jobsuche am Dienstag, 24. Februar 2015 um 11:32

Vor welchen Herausforderungen ältere Arbeitnehmer bei der Jobsuche stehen, davon hat Elke Brunner im ersten Teil der 45plus-Blogreihe berichtet. Heute verrät sie, welche Strategien und Vorteile sich Jobsuchende zu Nutze machen können.

Generation Y versus Best Ager. Was die Jungen können und wollen ist in aller Munde, aber wie sieht es mit den Vorteilen der Generation 45plus aus?

Elke Brunner:  Der größte Schatz, den Bewerber 45plus mitbringen, ist ihre Berufserfahrung und ihre Lebenserfahrung. Die kommenden Argumente gelten in erster Linie für Frauen: Die Familienplanung ist abgeschlossen. Wenn sie Kinder großgezogen haben, dann verfügen sie auch über ein großes organisatorisches Geschick. Frauen haben bewiesen, dass sie Beruf, Kind und Familie unter einen Hut gebracht haben (Familienmanagerin). Sie übernehmen Verantwortung, sind neugierig auf das Neue und bereit, sich in neue Bereiche einzuarbeiten – hochmotiviert und fexibel. Sie haben durch ihre Lebenserfahrung ein gutes Standing, lassen sich nicht so schnell was vormachen. Sie suchen aktiv die Herausforderung und verfügen über Durchhaltevermögen. Sie sind loyal und im klaren darüber, was sie nicht mehr machen wollen. Ideen zu einem Arbeitsmodell, welches auch persönliche Spielräume (jetzt geht es um mich) zulässt.

Gibt es Bewerbungstipps, speziell für diese Altersgruppe?

  • Jede Anforderung, die in einer Stellenausschreibung genannt wird, durch ein entsprechendes Beispiel aus dem Lebenslauf untermauern.
  • Vorteile der BestAger (siehe auch Teil 1) hervorheben. Stolz sein auf die große Berufs- und Lebenserfahrung!
  • Die eigenen Motive beschreiben (Was treibt mich an?).
  • Die Motivation für die Bewerbung klar nennen und auch, was der zukünftige Arbeitgeber von dem Bewerber erwarten kann.
  • Ehrlichkeit, sowohl in den Unterlagen als auch im Vorstellungsgespräch.
  • Wenn man sich unsicher ist, die Bewerbungsunterlagen von einem Profi prüfen lassen. Man hat für den ersten Eindruck nur eine Chance – die muss sitzen! Wenn die Bewerbungsunterlagen nicht gut ankommen, dann hat man auch keine Chance auf ein Vorstellungsgespräch.
  • Lebenslauf gründlich überarbeiten, gute Struktur – der CV ist wie ein persönlicher Fingerabdruck. Keine zeitlichen Lücken, auch Zeiten ohne Job/Auszeiten auflisten – das ist heute keine Schande mehr.
  • Chronologisch mit dem aktuellen Job beginnen, bei jeder bisherigen Stelle drei/vier Haupttätigkeiten in Stichworten auflisten. Z.B. Personalverantwortung oder Budgetverantwortung nennen.
  • Keine Aussage zum Gehaltswunsch machen, auch wenn es gefordert wird.
  • Nur vollständige Unterlagen verschicken. Nur jene Nachweise zu Fort- und Weiterbildungen mitschicken, die zur Stelle passen und nicht älter als 10 Jahre sind. Keine Nachweise von EDV-Kursen, die heute ohnehin als Standard erwartet werden (MS-Office).
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten oder soziales Engagement nennen.

Bildnachweis: Gajus / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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