Personalmanager gewinnen an Bedeutung

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Personalverantwortliche sind nicht mehr nur Handlanger im operativen Geschäft, sondern spielen auch bei der strategischen Ausrichtung österreichischer Unternehmen eine größere Rolle. Das besagt der Deloitte Human Capital Benchmark 2009, eine Umfrage unter 130 Unternehmen: 80 Prozent der HR-Manager sehen sich in unternehmensstrategische Prozesse eingebunden. "Wir sehen hier einen großen Sprung", sagt Guido Eperjesi, Experte für Human Capital bei Deloitte: "Vor ein paar Jahren waren es nur 50 Prozent."

Sichtbar ist diese organisatorische Einbindung bei den Bundesforsten: "Ich habe für den Vorstand eine beratende Funktion, auch wenn er für die Personalstrategie die endgültige Entscheidung trifft", sagt Johann Sauprigl, Leiter Personal: "Außerdem kann ich aus den strategischen Meetings gleich die Personalstrategie ableiten." Für ein neues Betätigungsfeld im Dienstleistungsbereich müssen etwa Mitarbeiter nun in Marketing und Kunden betreuung geschult werden - Sauprigl ist rechtzeitig eingebunden.

Auch bei der MIBA AG wird der Personalverantwortliche geschätzt: Bernhard Reisner, Vice President Human Capital, wird einmal im Monat zur Vorstandssitzung geladen, wo unter anderem Personalthemen besprochen werden. Einmal pro Woche hat er einen Termin mit dem Vorstandsvorsitzenden. "Erstens erfahre ich so, was sich auf den Märkten tut, zweitens kann ich Input für die Strategie geben", sagt Reisner.

Die Situation war nicht immer so rosig gewesen: "Von Mergers hat der HR-Verantwortliche früher teils erst nach Abschluss des Deals erfahren", sagt Eperjesi. Dabei sind vor allem Merger ein großes Personalthema. Und Personal ist ein großer Kostenblock: "Oft macht HR 80 Prozent der gesamten Unternehmenskosten aus." Höchste Zeit, dass das Thema an Bedeutung gewinne und auf Vorstandsebene sichtbar werde.

Händisch abgetippt

Kritik gibt es aber auch: "Die HR-Chefs haben zwar ihre Position gefestigt, aber vielerorts wurden die Hausauf - gaben noch nicht gemacht", sagt Eperjesi. Österreichs HR-Abteilungen sind nämlich um 30 Prozent größer als im internationalen Vergleich, und das ist teils auf Ineffizenz zurückzuführen: Nur 30 Prozent der Arbeit entfallen auf strategische Leistungen, 70 Prozent auf administrative Aufgaben - international ist das Verhältnis genau umgekehrt. "Nur 38 Prozent nutzen eine integrierte HR-Software für Recruiting", sagt Eper - jesi. Das bedeutet: Statt eines kurzen, guten Formulars auf der Website kommen die Bewerbungen per Post oder E-Mail, werden händisch in eine Excel-Tabelle abgetippt. Ähnlich ist es bei Urlaubsgenehmigungen. "Allein für diese Administration entsteht eine Vollzeitstelle."

Aus der Klemme komme heraus, wer die Prozesse standardisiert und integrierte HR-Software einsetzt. Laut Studie haben 50 Prozent der Unternehmen ihre HRProzesse noch nicht standardisiert, 73 Prozent sehen das als Schwerpunktthema für die Zukunft. 26 Prozent verwenden standardisierte HR-Software, 57 Prozent planen es für die Zukunft. Und Eperjesi sieht hier Potenzial für Mitarbeiter: "Statt sich mit administrativen Dingen zu beschäftigen, können sie dann in z.B. Talent Management investieren."

 

(Wirtschaftsblatt, Stefan Mey)

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