- "Wie war denn Ihre Anreise?"
Viele Personalchefs eröffnen das Gespräch gerne mit dieser freundlichen Nachfrage. Verstehen Sie diese Frage als Auftakt, der zwischen den Gesprächspartnern zunächst eine lockere Atmosphäre herstellen soll.
Zu allererst sollten Sie sich für die Einladung bedanken und ein nettes Kompliment machen. Sie können beispielsweise die gute Lage des Unternehmens loben, die schönen Räumlichkeiten, die gute Werkstattausstattung, den imposanten Fuhrpark oder einfach ein paar nette Worte zur guten Wegbeschreibung oder den freundlichen Empfang finden.
- "Schildern Sie uns doch bitte mal kurz Ihren bisherigen Werdegang"
Wichtig bei dieser Frage ist es, einen logischen Zusammenhang zwischen den einzelnen Stationen Ihres Lebens herzustellen. Ein roter Faden sollte klar zu erkennen sein. Überlegen Sie sich eine gute Begründung: Warum haben Sie Ihren Berufseinstieg als Mechaniker begonnen? Warum wollen Sie heute als Konstrukteur arbeiten oder warum wollen Sie jetzt lieber Autos verkaufen als sie zu reparieren?
Ob Ausbildung, Studium oder langjährige Berufserfahrungen – machen Sie Ihrem Gegenüber deutlich, welche Kompetenzen Sie für die ausgeschriebene Stelle mitbringen. Hier können Sie als objektive Argumente auch private Erfolge, Fortbildungen oder Ähnliches anbringen.
- "Wir wollen Sie gern kennen lernen, erzählen Sie uns doch bitte etwas über sich."
Hier gilt: Was Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen im Lebenslauf zu Papier gebracht haben, sollten Sie in dieser Phase überzeugend und gegebenenfalls auch ausführlich darstellen und begründen können.
Im Vorstellungsgespräch möchte der Arbeitgeber oder Personalchef vor allem drei Aspekte überprüfen: Ihre Kompetenz, Ihre Leistungsmotivation und Ihre Persönlichkeit. Diese drei Weichensteller haben Sie bereits in Ihren Bewerbungsunterlagen zum Ausdruck gebracht, nun geht es für den Interviewer darum, auch persönlich einen Eindruck zu erhalten. Allerdings hat sich das Verhältnis verschoben: In Ihren Unterlagen waren die Faktoren Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit in etwa gleich gewichtet. Im Vorstellungsgespräch geht es zu 75 % um Ihre Persönlichkeit; Kompetenz und Leistungsvermögen spielen nur noch zu einem Viertel eine Rolle.
- "Warum sollen wir uns für Sie entscheiden, was unterscheidet Sie von andern Bewerbern?"
Auch wenn es Sie Überwindung kostet – hier sind Ihre "Verkaufsargumente" gefordert. Weder Über- noch Untertreibung oder gar Bescheidenheit helfen Ihnen hier weiter. Nur eine gute Vorbereitung, sodass Sie jetzt kurz und präzise antworten können.Eine erfolgreiche Strategie heißt daher: Präsentieren Sie kurz und knapp Ihre Vorteile in Bezug auf Kompetenz, Leistungsmotivation und Ihre Persönlichkeit.
- "Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?" oder: "Wie gut kennen Sie unsere Produkte/Dienstleistungen …?"
Mit solchen oder ähnlichen Fragen überprüfen Personaler gerne Ihre Motivation und Ihr Interesse am Unternehmen. Wie stark ist beides? Was bewegt Sie tatsächlich? Aus welcher Situation bewerben Sie sich? Ist der Arbeitsplatz erste Wahl oder nur Kompromiss- bzw. sogar Notlösung? Welches Image hat der Arbeitgeber bei Ihnen?
- "Was sind Ihre Stärken und Schwächen?"
- "Was sind beruflich Ihre Entwicklungsfelder?"
- "Wo sehen Sie sich in 3 bis 5 Jahren?"
- "Was sind Ihre beruflichen Pläne für die nahe Zukunft?"
Gut zu wissen: Auf unzulässige Fragen, die keinen Bezug zum Arbeitsplatz haben und in den per Grundgesetz geschützten Privatbereich der Persönlichkeit eindringen (z. B. politische Präferenz, gewerkschaftliches Engagement) hat der Bewerber ein Recht auf "Notlüge". Das bedeutet, er darf so antworten, wie es seinem Interesse, den Arbeitsplatz zu erobern, am ehesten entspricht.
- Zugehörigkeit zu einer politischen Partei
- gewerkschaftliches Engagement
- Religion
- private Pläne wie Heiraten oder Familienplanung
- frühere Krankheiten und nach einer Schwangerschaft, mögliche Reaktion/Ausnahmen
- Berufe von Eltern, Geschwistern und Freunden
- private Vermögensverhältnisse und eventuellen Schulden
Weitere typische Beispiele sind:
- Was spricht gegen Sie als Kandidat?
- Wovor fürchten Sie sich?
- Was kann Sie so richtig ärgerlich machen?
- Was mögen Sie nicht oder schätzen Sie nicht bei anderen (bei der Arbeit, bei Kollegen, Vorgesetzten, sich selbst)?
- Was wollen Sie wann und wie in Ihrem Leben erreicht haben?
- Wie und was denken Sie über den Sinn des Lebens?
- Wie definieren Sie für sich Begriffe wie Leistung, Verantwortung oder Schwäche?
- Was machen Sie, wenn wir uns gegen Sie entscheiden?
- Warum haben Sie so lange studiert?
- Was dürfte in keinem Fall in Ihrem zukünftigen Job passieren?
- Warum haben Sie in dem Fach X/der Diplomarbeit/etc. eine schlechte Note erhalten?
- Warum haben Sie in Ihrem Job gekündigt (ohne einen neue Position zu haben)?
- Warum ist Ihr letztes Arbeitszeugnis so schlecht ausgefallen?
- Bereiten Sie sich auf all diese Fragen vor, auch auf solche, die aus Ihrem Lebenslauf resultieren können. Machen Sie sich eine Liste von für Sie unangenehmen oder provozierenden Fragen. Überlegen Sie sich passende Antworten, wenn Sie zum Beispiel gefragt werden "Was spricht gegen Sie als Bewerber für diesen Arbeitsplatz?" oder "Warum haben Sie die Schule so oft gewechselt" oder "Wieso haben Sie Ihre Lehre/Schule abgebrochen?".
- Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und antworten Sie immer sachlich. Fragen Sie zurück, ob Sie die Frage richtig verstanden haben. Möglicherweise will man nur etwas ganz Bestimmtes herausbekommen: Wie reagieren Sie, wenn Sie persönlich angegriffen, kritisiert oder hinterfragt werden?
- Ihre Antwort: Führen Sie eher noch einmal aus, was für Sie spricht. Dann zögern Sie und bieten ein, höchstens zwei negative Punkte/Schwächen an, die jedoch in der Position, für die Sie sich bewerben, nicht wirklich gegen Sie sprechen. Überlegen Sie sich diese Punkte vorher genau. (z. B. Sie sind handwerklich ungeschickt, Sie sind im Bereich Fremdsprachen unbegabt etc.)
- Auch wenn Ihr Gesprächspartner darauf beharren sollte, Sie seien trotzdem nicht der richtige Kandidat oder eine Frage sei noch nicht ausreichend genug beantwortet, behalten Sie die Nerven und antworten Sie wie zuvor.



